Fall DSK

Guineas Staatschef will für Zimmermädchen kämpfen

Im Land des Zimmermädchens sind die Menschen empört über die Freilassung Strauss-Kahns. Präsident Condé kündigte an, der Frau helfen zu wollen.

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Guineas Staatschef Alpha Condé hat die Freilassung von Ex-IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn aus dem Hausarrest begrüßt. „Ich freue mich und hoffe, dass sein Leid keine Spuren bei ihm hinterlassen wird“, sagte Condé beim Gipfeltreffen der Afrikanischen Union in Äquatorialguinea.

Dennoch sei er „traurig“ hinsichtlich der Klägerin, einem 32-jährigen Dienstmädchen aus Guinea. „Guinea kämpft für seine Kinder, wir schauen, wie wir ihr helfen können“, fügte er hinzu.

In Conakry, der Hauptstadt Guineas, reagierten die Menschen dagegen mit Unverständnis auf die Freilassung Strauss-Kahns. Die Präsidentin des Netzwerks der Ministerinnen und Parlamentarierinnen in Guinea, Makale Traore, sagte, sie sei „enttäuscht“. Gewerkschaftschef Souleymane Diallo erklärte, er sei „zutiefst geschockt von der Wende in diesem Fall“, die einen „Schlag“ für das Zimmermädchen bedeute.

Die Chefin eines Kleidungsherstellers sagte, wegen der internationalen Dimension des Falles, wäre dieser „niemals zugunsten des jungen Opfers aus Guinea“ ausgegangen, die die „große Verliererin“ sei.

Die aus Guinea stammende Hotelangestellte, die Strauss-Kahn massive sexuelle Übergriffe in einem New Yorker Hotel vorwirft, hat seit dem angeblichen Vorfall am 14. Mai mehrfach gelogen, was Zweifel an ihrer Glaubwürdigkeit aufkommen ließ und zur Freilassung Strauss-Kahns unter Auflagen führte.

Laut Staatsanwaltschaft sagte das Zimmermädchen zunächst aus, sie sei nach dem angeblichen Übergriff sofort aus der Hotelsuite geflüchtet. Später gab sie dann zu, zunächst noch ein anderes Zimmer gereinigt zu haben und den Vorfall erst danach ihrem Vorgesetzten gemeldet zu haben.

Zudem meldete sie das Kind von Freunden als ihr eigenes an, um damit bessere Steuerrückzahlungen zu erhalten. Auch in ihrem Asylantrag machte sie laut Staatsanwaltschaft falsche Angaben. Darüber hinaus behauptete die 32-Jährige gegenüber den Ermittlern, in Guinea Opfer einer Massenvergewaltigung geworden zu sein, räumte aber später ein, das der Vorfall nie geschehen sei.