Im Libanon sind sieben Touristen aus Estland und der Ukraine entführt worden. Die Fahrrad-Urlauber würden vermisst und seien wahrscheinlich in der Bekaa-Region im Osten des Landes entführt worden, sagte ein Sprecher der libanesischen Armee und ein Vertreter der Sicherheitskräfte. "Wir haben ihre Fahrräder gefunden“, so ein Armeesprecher.

Die Sicherheitskräfte hätten Ermittlungen eingeleitet. Die Papiere der Entführten wurden den Angaben zufolge am Tatort in der Nähe der Industriestadt Zahlé gefunden. Neben den Fahrrädern haben die Sicherheitskräfte auch die Rucksäcke der Urlauber sichergestellt.

Die Touristen seien über den Grenzübergang Masnaa aus Syrien gekommen und in der Nähe der Industriestadt Zahlé von zwei Kleinbussen und einem schwarzen Mercedes gestoppt worden, hieß es. Danach sollen sie von maskierten und bewaffneten Personen gezwungen worden sein, mitzukommen. Die drei Fahrzeuge seien anschließend in Richtung des Dorfs Kfarsabad fünf Kilometer vor der syrischen Grenze gefahren.

Dort befindet sich nach Angaben des Beamten ein Stützpunkt der "Volksfront für die Befreiung Palästinas – Generalkommando". Dies ist eine bewaffnete pro-syrische palästinensische Untergrundorganisation. Sie verfügt den Angaben zufolge in der Region über mehrere weitere Militärbasen.

Der estnische Honorarkonsul Sami Kanuh bestätigte die Entführung, das Außenministerium in Tallinn erklärte jedoch auf Nachfrage, es habe keine Informationen zu dem Vorfall.

Das Bekaa-Tal im Osten des Libanon gilt als Hochburg der Hisbollah und anderer bewaffneter Gruppen. Während des libanesischen Bürgerkriegs 1975 bis 1990 waren im Libanon mehrfach Ausländer entführt worden.

Seit dem Ende des Krieges ist die Entführung von ausländischen Touristen in dem Land jedoch sehr selten. Im September 2010 waren zwei polnische Touristen im Bekaa-Tal vorübergehend von einem einflussreichen Clan entführt worden. Der polnische Konsul sprach anschließend von einem "Versehen".

Reuters/AFP/jw