Nach der spektakulären Notlandung des Airbus im Hudson in New York haben Taucher im eiskalten Wasser nach dem linken Triebwerk der Maschine gesucht. Das rechte Triebwerk befindet sich nach Angaben von Ermittlern noch an der Maschine. Zunächst hatte es geheißen, dass beide Triebwerke bei der Notlandung abgerissen und von der starken Strömung des Flusses abgetrieben wurden.

Am Samstag erklärte ein Sprecher der Verkehrssicherheitsbehörde (NTSB) jedoch, wegen der schlechten Sicht im Wasser hätten Taucher das Triebwerk zuvor nicht gesehen. „Wir suchen jetzt nach einem Triebwerk, nicht zweien“, sagte NTSB-Sprecher Peter Knudson. Pioniere des US-Heeres und Polizeiboote wollten die Suche am Samstag auf einem mehr als sieben Kilometer langen Flussabschnitt vom Punkt des Aufschlags bis zur Südspitze von Manhattan wieder aufnehmen.

Außerdem bereiteten die Ermittler am Samstag die Hebung des weitgehend versunkenen Airbus vor, der an einer Kaimauer in Lower Manhattan vertaut liegt. Dazu sollten Kräne eingesetzt werden, um das Flugzeug auf einen Lastkahn zu heben. Dort soll es dann einer ersten Untersuchung unterzogen werden, auch sollen die Flugschreiber geborgen werden. Die Hebung sollte langsam vollzogen werden, damit das Wasser ablaufen kann. Unter Umständen sollten auch Pumpen zum Einsatz kommen.

Der Kahn soll das Flugzeug zur weiteren Untersuchung ins benachbarte New Jersey bringen. Erschwert wurde die Bergung durch die Kälte: Bei einer Lufttemperatur von minus 15 Grad trieben am Samstagmorgen Eisschollen um das Flugzeug. Die Küstenwache bemühte sich sicherzustellen, dass kein Treibstoff austrat.

Bereits am Freitag wurde bei der Suche nach den Triebwerken auch Sonargerät eingesetzt. Die Behörden wollen die Triebwerke untersuchen um zu erfahren, warum Vogelschlag die Motoren so rasch und so umfassend ausfallen ließ. Die Suche wurde von eiskalten Temperaturen, rasanter Strömung und schlammig-trübem Wasser behindert. Vermutet wird das Triebwerk in neun bis 15 Metern Tiefe auf dem Flussgrund, möglicherweise von Ablagerungen bedeckt. Die Sicht ist dort so schlecht, dass sich die Taucher von Polizei und Feuerwehr auf ihren Tastsinn verlassen müssen. „Das wird einige Zeit dauern“, sagte Thomas Creamer, ein Sprecher der New Yorker Heerespioniere. „Es ist ein großes Gebiet. Dinge bewegen sich schnell fort.“

Die spektakuläre Notlandung hatten am Donnerstag dank einer Meisterleistung des Piloten alle 155 Insassen überlebt. Dem ehemaligen Kampfpiloten Chesley B. Sullenberger gelang es, die Maschine auf dem Fluss zu landen und dabei eine Katastrophe zu verhindern. Im ganzen Land wird Sullenberger nun als Held gefeiert. Telefonisch gratulierten ihm unter anderen der scheidende Präsident George W. Bush und dessen designierter Nachfolger Barack Obama. Nach Angaben der Pilotengewerkschaft geht es dem 57-jährigen Sullenberger gut, er zeige keine äußeren Anzeichen von Stress. Er wurde am Samstag erstmals zu dem Geschehen befragt.

Eine Sprecherin der Verkehrssicherheitsbehörde (NTSB) erklärte, Teil der Untersuchung sei, „zu feiern, was hier geklappt hat“. Viele Dinge seien am Donnerstag richtiggelaufen, „nicht nur die Art, wie die Besatzung funktioniert hat, sondern auch das Flugzeug“. Der Pilot hatte den Fluglotsen kurz nach dem Start einen „doppelten Vogelschlag“ gemeldet.