Mindestens 15 Menschen sind bei einem Schiffsunglück auf dem Ohrid-See in Mazedonien ums Leben gekommen. An Bord befanden sich nach Polizeiangaben 55 Passagiere und 3 Besatzungsmitglieder.
Über die Zahl der Ertrunkenen gab es widersprüchliche Angaben. Zunächst war von 17 und dann von 22 Toten die Rede. Am Abend meldete der mazedonische Fernsehsender A1 TV, das Innenministerium habe die Zahl der Opfer offiziell mit 15 angegeben.
Nach Angaben der mazedonischen Innenministerin Gordana Jankulovska befanden sich mehr als 70 Menschen an Bord. Die Gruppe bulgarischer Touristen sei von einem mazedonischen Kapitän begleitet worden, der bei dem Unfall ums Leben kam.
Die Verletzten wurden in ein Krankenhaus in Ohrid gebracht. Da die Sicherheitskräfte vor Ort jedoch noch nach Vermissten suchten, sei ein Anstieg der Opferzahlen zu befürchten. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums ist der Zustand der Verletzten stabil.
Neben zahlreichen Ministern machten sich auch der mazedonische Präsident George Ivanov sowie Ministerpräsident Nikola Gruevski auf den Weg zum Unglücksort rund 200 Kilometer südwestlich von Skopje. Der mazedonische Verkehrsminister Mile Janakievski kündigte aus „moralischen Gründen“ nach dieser „schrecklichen Tragödie“ seinen Rücktritt an.
Das Schiff war am Samstag gegen 11.00 Uhr etwa 200 Meter vom Ufer entfernt aus zunächst ungeklärter Ursache gesunken. Ein Augenzeuge, ein französischer Tourist, sagte der Nachrichtenagentur AFP, es sei innerhalb von nur 30 Sekunden gesunken. An Bord hätten sich „rund 100 Menschen“ befunden. Das 1924 in Deutschland erbaute Schiff ist laut dem Verkehrsminister nur für 53 Passagiere zugelassen.
Der See und die Stadt Ohrid gehören zum Weltkulturerbe der Unesco. Mittelalterliche Ruinen in den Städten entlang des Ufers des Ohridsees und gute Badegelegenheiten machen den See zu einem beliebten Ausflugsziel für jährlich zehntausende Urlauber. Mit einer Tiefe von 286 Metern ist er der tiefste See der Balkanhalbinsel.
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AFP/dpa/lk





