In der Affäre um das unklare Verhältnis des italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi zu einer Minderjährigen hat sich die mittlerweile 18-jährige Noemi erstmals öffentlich geäußert.

„Es ist ein großer Skandal, aber die Wirklichkeit ist ganz anders“, sagte Noemi in einem Interview, das von dem italienischen Fernsehsender Sky TG24 ausgestrahlt wurde.

Jedermann könne sehen, dass sie nicht der Grund für das Scheitern von Berlusconis Ehe sei. „Ich habe damit nichts zu tun“, sagte sie. Es handele sich um familiäre Probleme, für die sie nicht verantwortlich gemacht werden könne. „Ich will diese Fehlinformationen aus dem Weg räumen“, erklärte die langbeinige blonde Neapolitanerin.

„Ich kenne Silvio, seitdem ich denken kann“, sagte Noemi in dem Interview weiter, das auch auf der Internetseite der britischen Zeitung „Mail on Sunday“ zu lesen war, die wie der Sender Sky TG24 zur Unternehmensgruppe des Medienmoguls Rupert Murdoch gehört.

Zu dem pikanten Spitznamen „Papi“, mit dem sie den italienischen Regierungschef bedacht hatte, meinte Noemi, sie sei eben „so süß“ und würde allen immer Spitznamen geben.

Die „Affäre Noemi“ war Anfang Mai in den Medien aufgetaucht, nachdem Berlusconis Noch-Ehefrau Veronica Lario angekündigt hatte, sie wolle wegen der anhaltenden Schwäche ihres 72-jährigen Mannes für junge Frauen die Scheidung. Das Fass zum Überlaufen brachte Medienberichten zufolge Berlusconis Erscheinen bei der Party zu Noemis 18. Geburtstag am 26. April.

Laut der italienischen Zeitung „La Repubblica“ soll Berlusconi das Mädchen nicht über einen Freund der Familie kennen gelernt haben, sondern von sich aus Kontakt zu ihr gesucht haben, nachdem er Fotos von ihr auf dem Schreibtisch eines Mitarbeiters gesehen hatte.

Die Medienberichte über eine mögliche Affäre bezeichnet Berlusconi als Kampagne seiner politischen Gegner.

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AFP/lk