Wie die Nachrichtenagentur Itar-Tass berichtete, wurde das Inferno durch ein Feuerwerk ausgelöst. „102 Menschen sind tot, 134 verletzt“, sagte ein Sprecher des Zivilschutzes in Perm. Die Opferzahl könnte noch weiter ansteigen.
Nach Angaben der örtlichen Gesundheitsbehörden waren viele Verletzte in kritischem Zustand. Perm liegt etwa 1400 Kilometer östlich von Moskau im Ural. Die Stadt hat rund 1,3 Millionen Einwohner und ist Verwaltungszentrum der gleichnamigen Region.
Rund 230 Gäste hatten in dem Mittelklasse-Restaurant das achtjährige Bestehen des Lokals gefeiert, das am Wochenende auch als Nachtclub öffnet. Kurz vor Mitternacht wurden in dem Saal nach Behördenangaben Feuerwerkskörper gezündet, die nur für den Gebrauch im Freien zugelassen sind.
Der Zivilschutzminister der Region Perm, Igor Orlow, sagte Itar-Tass, einer der Feuerwerkskörper habe eine Plastikdecke in Brand gesetzt, die Flammen hätten sofort auf das ganze Gebäude übergegriffen. Die Menschen seien bei lebendigem Leibe verbrannt oder in der Panik totgetrampelt worden. Andere seien an einer Kohlenmonoxid-Vergiftung gestorben, sagte Orlow.
Die Behörden schlossen einen Anschlag als Ursache aus. „Das Unglück wurde durch eine Verletzung von Vorschriften beim Gebrauch von Feuerwerkskörpern ausgelöst“, sagte Staatsanwaltschaft-Sprecher Wladimir Markin im Fernsehsender Vesti-24.
„Es war in keinem Fall ein Terroranschlag, das kann ich zu 100 Prozent sagen.“ Am Freitag vor einer Woche waren bei einem Anschlag auf einen Schnellzug im Nordwesten Russlands mindestens 26 Menschen ums Leben gekommen. Zu der Tat hatte sich eine Islamistengruppe aus dem Nordkaukasus bekannt.
Die Nachrichtenagentur RIA Nowosti meldete unterdessen unter Berufung auf Polizeikreise, dass die Ermittler einen kriminellen Hintergrund nicht ausschließen. Die Polizei habe „ernstzunehmende Hinweise“, dass der Brand bewusst herbeigeführt worden sein könnte.
Die Regierung in Moskau teilte mit, dass eine Kommission zur Untersuchung des Unglücks eingerichtet worden sei. Der nationale Zivilschutzminister Sergej Schoigu, Innenminister Raschid Nurgalijew und Gesundheitsministerin Tatjana Golikowa würden „in Kürze“ nach Perm reisen, um die Rettungsmaßnahmen und die Aufklärung der Katastrophe zu begleiten. Außerdem sei ein Flugzeug mit Spezialausrüstung für die Behandlung von Verbrennungen im Einsatz, um Verletzte in Krankenhäuser nach Moskau zu bringen.
AFP/omi












