Schon zum ersten Adventswochenende ordentlich Schnee – darauf waren viele Autofahrer im Süden Deutschlands nicht eingestellt. In Bayern krachte es am Freitagabend und in der Nacht auf schneeglatten Straßen etliche Male. Allein das Polizeipräsidium Oberbayern Süd in Rosenheim registrierte 120 Unfälle. Eine Zweijährige starb, nachdem ihre Mutter mit ihrem Auto auf einer Kreisstraße nach Molberting ins Schleudern geraten und frontal gegen einen Lastwagen geprallt war.
Am Samstag beruhigt sich die Lage im Süden zunächst wieder. Auch auf rheinland-pfälzischen Straßen kam es kaum mehr zu Unfällen und Behinderungen. Am Tag zuvor hatte es auf glatten Straßen einige Male gekracht. Auf der A3 im Westerwald sorgten 30 bis 40 Lastwagen, die ohne Winterreifen unterwegs waren, für einen größeren Stau.
Im Norden rückte der Winterdienst erstmals zu einem massiven Einsatz aus. In der Nacht hätten rund 120 Wagen Streusalz verteilt, teilte die Stadtreinigung in Hamburg mit.
Wintersportler konnten sich freuen. In vielen Wintersportgebieten begann die Skisaison – etwa in Baden-Württemberg. „Einen solchen Traumstart haben wir selten. Es hat alles gepasst“, sagte ein Sprecher der Hochschwarzwald-Tourismus-Gesellschaft. Auf dem Feldberg im Südschwarzwald lagen bis zu 50 Zentimeter Schnee. Auch auf der Wasserkuppe in der Rhön begann die Saison. Mehrere Lifte nahmen auf Hessens höchstem Berg den Betrieb auf. Auch im Thüringer Wald waren Ausflügler im Schnee unterwegs.
Am Erbeskopf im Hunsrück mussten sich Skifahrer noch in Geduld üben. „Es ist Schnee da, aber zum Skifahren langt es noch nicht“, sagte eine Sprecherin des Hunsrückhauses in Deuselbach.
Erste massive Schneefälle gab es auch in Österreich und der Schweiz. In der Hauptstadt Bern sanken die Temperaturen in der Nacht auf minus 11,8 Grad, in La Brévine im Kanton Neuenburg am Jura gar auf minus 26 Grad – und damit so sehr wie noch nie in diesem Winterhalbjahr. In Frankreichs Südwesten beeinträchtigte Schnee den Verkehr, vereinzelt gab es Unfälle mit Blechschäden.
Die Tiefs Hanni und Jenna bringen in den kommenden Tagen viele Wolken und einiges an Schnee nach Deutschland. In den Mittelgebirgen im Süden und Südosten könnten zum Wochenbeginn 10 bis 15 Zentimeter Neuschnee fallen, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Samstag mitteilte. Die Temperaturen bleiben eisig.
Am Sonntag wird es nach Angaben der Meteorologen wechselnd wolkig, mitunter auch heiter. Vor allem im Westen schneit es gelegentlich, auch im Bergland können ein paar Flocken fallen. Die Temperaturen erreichen Werte zwischen minus drei Grad in den Mittelgebirgen und plus vier Grad im Südwesten.
In der Nacht zum Montag schneit es vor allem in Küstennähe und an den Alpen. Später fällt auch Schnee im Südosten und im Westen. Die Temperaturen sinken auf minus vier bis minus acht Grad.
Am Montag ist es ebenfalls stark bewölkt mit zeitweisem Schneefall. Vor allem im Osten und an den Alpen ist auch mit etwas mehr Schnee zu rechnen. Die Temperaturen liegen zwischen minus vier und plus einem Grad.
Auch am Dienstag schneit es wieder – dieses Mal vor allem im Westen und Süden. Die Temperaturen sind wie am Montag.
dpa/dapd/gr




