Prozessauftakt

Klatten-Erpresser gesteht Betrug an Milliardärin

Helg S., der die Milliardärin Susanne Klatten erpresst haben soll, hat vor Gericht ein Geständnis abgelegt. Er gab zu, Klatten und drei weitere Frauen um Millionen betrogen zu haben. Zudem entschuldigte er sich am ersten Prozesstag "in aller Öffentlichkeit bei den geschädigten Damen".

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Helg S. steht wegen der Erpressung von Susanne Klatten und drei weiteren vermögenden Geliebten vor Gericht. Der Angeklagte gestand schon am ersten Prozesstag seine Schuld.

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Der Mann, der die Milliardärin Susanne Klatten erpresst haben soll, hat zum Prozessauftakt vor dem Münchner Landgericht ein Geständnis abgelegt. In einer von seinem Anwalt Egon Geis verlesenen Erklärung räumte der 44 Jahre alte Schweizer Helg S. die gegen ihn erhobenen Vorwürfe umfassend ein. Er gab zu, die Milliardärin Susanne Klatten und weitere Frauen um knapp 9,4 Millionen Euro betrogen und erpresst zu haben.

Die Anklage der Staatsanwaltschaft treffe „im Kern“ zu, ließ S. erklären. Demnach ergaunerte er sich mit erfundenen Geschichten das Geld von seinen zeitweiligen Geliebten, darunter auch der BMW-Erbin Klatten, von der sieben Millionen Euro bekam.

„Ich möchte folgende Erklärung abgeben“, sagte S. in seiner persönlichen Erklärung. „Ich bedauere das Vorgefallene zutiefst und entschuldige mich hier in dieser Hauptverhandlung und in aller Öffentlichkeit bei den geschädigten Damen.“ Zum Verbleib des Geldes und möglichen Mittätern machte er keine Angaben.

Der Prozess gegen Helg S. begann vor dem Landgericht in München mit einem minutenlangen Blitzlichtgewitter. Der angeklagte Schweizer stellte sich gelassen und ruhig einem Dutzend Fotografen und Kameraleuten.

Dem Schweizer wirft die Staatsanwaltschaft vor, außer Klatten drei weitere wohlhabende Frauen verführt und dann um Millionenbeträge erleichtert haben. In zwei Fällen versuchte er den Ermittlungen zufolge auch, die Frauen mit intimen Bildern zu erpressen. Die BMW-Großaktionärin Klatten (46) selbst hatte das Verfahren gegen den Übersetzer, der sechs Sprachen sprechen soll, mit ihrer Anzeige ins Rollen gebracht.

Die Verteidigung beantragte zu Beginn des Verfahrens, die anderen mutmaßlich geschädigten Frauen in dem Prozess nicht namentlich zu nennen. Sie dürften möglichst keine Nachteile und Beschädigungen erfahren, argumentierte Anwalt Egon Geis. Das Gericht gab dem statt.

Die Staatsanwaltschaft wirft S. in vier Fällen Betrug im besonders schweren Fall und in zwei Fällen zusätzlich versuchte Erpressung im besonders schweren Fall vor.

Der Schweizer hatte die Frauen in edlen Wellness-Hotels kennengelernt und Beziehungen begonnen. Als er seine Erpressungsversuche startete, hatte er laut Anklage von Klatten und zwei anderen Frauen binnen eineinhalb Jahren bereits 9,4 Millionen Euro freiwillig bekommen.

Zu den Zahlungen brachte er die Frauen laut Staatsanwalt stets mit der Geschichte von einem Unfall mit einem schwer verletzten Kind. Nun müsse er sich freikaufen. Die Millionensummen soll S. dem Leiter einer Sekte in Italien gegeben haben. Die Staatsanwaltschaft hält den Italiener für einen Mittäter. Jedoch soll ihm in Italien der Prozess gemacht werden.

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