Großbritannien

Ministerin rechnet Pornofilme als Spesen ab

Weil sie die Kosten für zwei Porno-Filme auf die Spesenliste setzte, ist die britische Innenministerin Jacqui Smith in Erklärungsnot geraten. Smith entschuldigte sich mit dem Hinweis, sie habe mit den Internet-Gebühren irrtümlich auch die Erstattung ihrer Fernseh-Gebühren beantragt.

Kleinlaut leistete Smiths Ehemann Richard Timney Abbitte, der sich die Sex-Filme offenbar in Abwesenheit seiner Frau zu Hause anschaute.

Timney lud die Pornos offenbar im Pay-per-View-Verfahren auf das gemeinsame TV-Gerät im Privathaus in Redditch, so belasten die Gebühren dafür Smiths Fernsehkosten-Abrechnung. Als ihr der Irrtum bewusst geworden sei, habe sie die zuständige Parlamentsbehörde umgehend informiert, beteuerte die Ministerin und sagte zu, die Gebühren vollständig zurückzuzahlen. Die britische Zeitung „Sunday Express“ zitierte einen Freund der Familie mit den Worten: „Es wäre eine Untertreibung zu sagen, dass sie wütend auf ihren Mann ist“. Die beiden Porno-Filme schlugen dem Bericht zufolge mit je fünf Pfund (5,40 Euro) zu Buche.

Der ertappte Ehemann sah sich zu einer persönlichen Stellungnahme vor dem Gartentor verpflichtet. „Ich bedauere wirklich, dass ich Jacqui in Verlegenheit gebracht habe“, sagte Timney, der als Assistent seiner Frau arbeitet, in Redditch. Die Kosten für diese Filme hätten nie zur Erstattung eingereicht werden sollen.

Premierminister Gordon Brown begrüßte die Reaktion seiner Innenministerin. Smith habe richtig gehandelt und die Unachtsamkeit korrigiert, sagte Brown. Im Februar war Smith in die Kritik geraten, weil sie die Kosten für einen Zweitwohnsitz steuerlich geltend machte, obwohl sie unter der Woche in London bei ihrer Schwester lebte. Die Innenministerin rechtfertigte sich damit, die Wohnung ihrer Schwester sei ihr Hauptwohnsitz.