Mangelndes Mitgefühl

Hinterbliebene rechnen mit Air France ab

Harsche Kritik an Air France: Angehörige der Opfer des abgestürzten Airbus werfen der Fluggesellschaft mangelndes Einfühlungsvermögen vor. So habe Air France die Hinterbliebenen hartherzig mit der Telefonnummer eines Psychologen abgespeist, der nie zurückgerufen habe. AF-447 war vor der Küste Brasiliens ins Meer gestürzt.

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Hinterbliebene der Opfer des vor zwei Wochen über dem Atlantik abgestürzten Airbus werfen der Fluggesellschaft Air France mangelndes Mitgefühl vor. Nun haben einige einen Verein gegründet, wie die französische Tageszeitung "Le Parisien“ schrieb. "Die Fluggesellschaft hat sich nur wenig um uns gekümmert“, sagte Christophe Guillot-Noël, der Gründer der Vereinigung der Hinterbliebenen der AF-447-Opfer. „Wir haben vonseiten der Air France keine Empathie zu spüren bekommen.“

Air France habe ihnen lediglich die Nummer eines Psychologen gegeben, der sie nie zurückgerufen habe, sagte der 39-Jährige, der durch das Unglück seinen Bruder verloren hat. Die Hinterbliebenen bräuchten vor allem „Menschlichkeit“. Ein Empfang vor wenigen Tagen im Transportministerium sei jedoch beispielsweise „sehr technisch und kalt“ gewesen.

Nach dem Absturz des Jets forscht der Luft- und Raumfahrtkonzern EADS weiter nach den Gründen für das Unglück. „Ich hoffe wirklich, wir klären die Ursache des Absturzes“, sagte EADS-Chef Louis Gallois in Paris. „Momentan ist es aber noch zu früh, sich über mögliche Ursachen zu äußern. Da sind lange Ermittlungen erforderlich. Wir haben bisher noch keine Vorstellung, welche Umstände zusammengekommen sind, um zu einem solchen tragischen Unfall zu führen.“

Zunächst müsse vor allem der Flugschreiber gefunden werden. Spekulationen über die Ursachen seien mit Rücksicht auf die Familien und Freunde der Opfer fehl am Platze. Der Flugzeugbauer Airbus gehört zum größten europäischen Luft-und Raumfahrtkonzern EADS.