Prozess

Mann sprengt Haus nach Ehestreit in die Luft

Weil er nach einem Ehekrach sein Haus in die Luft jagte, steht ein 47-Jähriger in Hildesheim vor Gericht. Er war kurz vor der Tat aus der Psychiatrie entlassen worden.

Foto: dpa / dpa/DPA

Nach einem Ehestreit flog ein Haus im Kreis Gifhorn in die Luft – ein 47-Jähriger hat gestanden, die Gasleitung aufgedreht zu haben. „Ich wollte mich mit dem Gas vergiften und schnell aus dem Leben scheiden“, sagte der Angeklagte im Landgericht Hildesheim aus. Sein Haus habe er aber nicht zerstören wollen.

Die Explosion im August 2010 beschädigte umliegende Häuser und abgestellte Autos, der Angeklagte erlitt schwere Brandverletzungen. Er war wegen Suizidgefahr und Depressionen in einer psychiatrischen Klinik behandelt und kurz vor der Tat entlassen worden.

Ruhig, sachlich und sehr detailliert schildert der 47-Jährige die Geschehnisse kurz vor der Explosion. An der rechten Hand und dem rechten Unterarm trägt er einen Verband als Folge der Verbrennungen. An diesem Morgen hätten seine Frau und er sich gestritten, beide wollten sich trennen. Sie habe ihn beschimpft und angegriffen, er habe seine Frau geschubst. Die 46-Jährige fiel gegen ein Regal und erlitt eine Kopfplatzwunde und ein Schädeltrauma. Sie flüchtete mit ihrer achtjährigen Tochter zur Nachbarin und rief die Polizei.

„Mir war klar, was jetzt kam: Ich hatte totale Panik und Angst, wieder eingesperrt zu werden“, sagte der Angeklagte, der als leitender Angestellter beschäftigt war. Als die Polizei vor der Tür stand, habe er seinem Leben ein Ende setzen wollen. Im Abstellraum drehte er den Gashahn auf. Dann schrieb er noch eine Abschieds-SMS an Freunde. Brandbeschleuniger habe er aber nicht benutzt, betonte der 47-Jährige.

Der 47-Jährige wurde erneut in die Psychiatrie eingewiesen

„Bei der Explosion stand ich in der Küche, plötzlich war da eine Feuerwand“, berichtete er. Er sei aus dem Haus in den Garten gelaufen, habe sich vor der Polizei verstecken wollen und sich dann aber unter einen Baum gesetzt.

Dort fanden ihn die Beamten, er kam in die Medizinische Hochschule Hannover. Weitere Menschen wurden bei der Explosion nicht verletzt, die Polizei hatte die Nachbargebäude evakuiert. Das Einfamilienhaus ist einsturzgefährdet, der 47-Jährige seitdem in einer psychiatrischen Klinik untergebracht.

Seine Frau und seine Tochter hat er nach eigenen Angaben seit dem Unglück nicht mehr gesehen. „Es war immer mein Bestreben, mich von meiner Frau gütlich zu trennen, ich wollte keinen Rosenkrieg“, betonte der Angeklagte. Das Gericht hat zwei Sachverständige und sieben Zeugen geladen, das Urteil soll am 22. März 2011 gesprochen werden.