Auch Stunden nach dem Wasserwerfereinsatz am Reaktor 3 des havarierten Atomkraftwerkes Fukushima steigt dort noch immer Rauch auf. Der japanische Fernseh-Sender NHK zeigte Luftaufnahmen von Samstagmorgen (Ortszeit), auf denen weißer Qualm oder Wasserdampf zu sehen war. Die helle, viele Meter hohe Fahne waberte kontinuierlich nach oben.
Am Samstagmorgen (0.45 Uhr Ortszeit) hatte das Militär erneut begonnen, mit Feuerwehrwagen Tonnen von Wasser auf den Block 3 zu sprühen. Anders als in den Nachbarreaktoren lagert im Innern der strahlenden Ruine des Blocks 3 auch das hochgefährliche Plutonium. Es wird befürchtet, dass der Wasserstand in dem Brennstabs-Becken bedrohlich niedrig ist.
Die Kühlaktion dauerte 25 Minuten, wie der AKW-Betreiber Tepco mitteilte. Die NHK-Aufnahmen mit dem weißen Rauch könnten darauf hindeuten, dass die Kühlaktion Erfolg hatte und den völlig überhitzten Kern traf. Andererseits hatte es in den Tagen zuvor auch schon weißen Rauch gegeben, bei dem kleinere und größere Brände die Ursache waren.
Zunächst war NHK zufolge unklar, wie die Kühlaktion weiterlaufen soll und wann die Wasserwerfer und Löschfahrzeuge der Tokioter Feuerwehr noch einmal zum Einsatz kommen. Auch Tepco machte keine Angaben dazu. Eine bereits zum Kraftwerk gelegte Stromleitung soll im Laufe des Tages an die havarierten Reaktoren 1 und 2 angeschlossen werden, um die dringend benötigte Kühlung wieder anlaufen zu lassen. Zunächst wusste jedoch niemand, ob die Technik in den Anlagen dafür womöglich schon zu stark beschädigt ist.
dpa/tts


