Nach dem tödlichen Ausflug eines Wildschweins in eine Metzgerei wird sein Fleisch nun zu Wurst verarbeitet. Der Keiler hatte am Samstag im Verkaufsraum des Betriebs in Höhr-Grenzhausen (Rheinland-Pfalz) gewütet und war erschossen worden. Das Kreisveterinäramt in Montabaur bestätigte, die Untersuchungen des toten Keilers seien ohne Beanstandung abgeschlossen worden. Das Tier hatte beim Landesuntersuchungsamt in Koblenz etwa auf Tollwut und Schweinepest geprüft werden sollen.
Metzger Rainer Krämer will aus dem Fleisch nun rund 60 Kilogramm Schinken und Wurst machen. „Nächste Woche soll die Wurst fertig sein“, sagte der 48-Jährige. Mit dem Schinken rechnet er erst Mitte Dezember. Gute Geschäfte mit „Wildschwein-Wochen“ sollen den Schaden schmälern, den der stämmige Keiler am Samstag in der Metzgerei anrichtete. „Die Eingangstür ist stark beschädigt, die Theke total verzogen.“ Krämer schätzt die Kosten „mal locker“ auf 5000 Euro.
Das Wildschwein habe auch nach dem Ausnehmen noch 112 Kilogramm auf die Waage gebracht, sagte er weiter. Am helllichten Tag hatte der Keiler die Tür zu Krämers Metzgerei aufgedrückt und die Fleischtheke attackiert. Eine Verkäuferin rettete sich in die Küche, eine 72-jährige Kundin verletzte sich bei der Flucht leicht an der Hand.
Während sich vor dem Geschäft rund 70 Schaulustige versammelten, eilte ein von der Polizei alarmierter Jäger herbei und erlegte den Keiler. Nach unbestätigten Angaben soll das Tier vor einer Treibjagd geflohen sein und sich dabei mitten in den Ort verirrt haben.
dpa/kami



