Manche Wunden sitzen tief und so ist es wohl auch bei Ex-RTL-Chef Helmut Thoma. Im Gespräch mit der „Welt am Sonntag“ ) macht er seinem Ärger über den früheren RTL-Chefredakteur Hans Mahr Luft: Als Mahr seinen Posten 1994 antrat, „hat er sofort versucht, an meinem Stuhl zu sägen“. Auch im „privaten Bereich“ habe Mahr ihn „sehr enttäuscht.“
Thoma bezieht Stellung auf eine Anekdote, die Thomas Ehefrau Danièle Thoma schon 2001 in ihrem Buch „Hochexplosiv. Mein Leben mit Mister RTL“ veröffentlicht hatte. Demnach habe Mahr, der heute mit RTL-Moderatorin Katja Burkhard verheiratet ist, einmal bei Ehepaar Thoma übernachtet. Am nächsten Morgen sei er splitternackt zu Danièle Thoma ins Bad marschiert.
Thoma bestätigt die Geschichte. „Meine Frau hat ihn hochkantig rausgeschmissen“, sagte er der „Welt am Sonntag“. Auf den Vorfall angesprochen, habe Mahr ihm eine ungewöhnliche Antwort gegeben: „Er hat sich damals damit rausgeredet, dass er seine Freundin schon so lange nicht mehr gesehen hatte.“ Thoma fand die Antwort im ersten Moment „ganz logisch“. Er habe „komplett vergessen, dass es auch um meine Frau ging.“
In der „Welt am Sonntag“ outet sich der Hobby-Archäologe Thoma auch als Grabräuber. Vor 30 Jahren sei er mit einem Händler aus Damaskus zu einem Höhlengrab in der antiken Wüstenstadt Palmyra gefahren. In der Nacht krabbelten sie gemeinsam in die Höhle. „Nach der engen Öffnung weitete sich der Tunnel, und da waren mehrere Gräber, wunderschön verziert mit Fresken.“ Einen der Grababschlüsse habe sich Thoma damals ausgesucht. Heute steht dieser in Thomas Wohnzimmer in Hürth.
Den Transport nach Deutschland habe besagter syrischer Händler übernommen, unter skurrilen Bedingungen: „Am Zoll in Frankfurt wurde der gefragt, was er da transportiert. Er hat gesagt: ,Stein‘ und durfte über die Grenze“, sagte Thoma. Die meisten seiner antiken Skulpturen und Teppiche habe er aber in Läden und bei Auktionen gekauft.





