Halloween

Nach den Monstern kommt die Polizei

"Süßes raus, sonst spukts im Haus!" Freuen sich bereits jetzt schon viele Kinder auf das gruselig bunte Treiben zu Halloween, gruselt es im wahrsten Sinne des Wortes auch so manchem Hausbewohner vor dem Abend.

Das Video konnte nicht gefunden werden.

Gehirnhack, Augenpopcorn und Madengumm - Halloween steht vor der Tür und ein Spezialgeschäft in München bietet alles was man zum Gruseln braucht.

Video: Reuters
Beschreibung anzeigen

Zu Halloween ziehen jedes Jahr als Monster oder Hexen verkleidete Kinder und Jugendliche von Tür zu Tür und drohen: „Süßes oder Saures!“. Nicht selten eskalieren aber Kinderstreiche als Rache für fehlende „Spenden“ und werden zum Fall für die Polizei. Das Spektrum reicht dabei von Beleidigung und der früher als grober Unfug bezeichneten Belästigung der Allgemeinheit bis zu Sachbeschädigung.

Über Senf auf der Türklinke oder einem Totenkopf als Kreidezeichnung vor dem Eingang dürften sich nur wenige aufregen. Bei verklebten Türschlössern, zerkratzen Autos, Farbbeuteln an der Wand, verwüsteten Vorgärten oder zerschlagenen Fensterscheiben hört der Spaß aber auf. Das sind Sachbeschädigungen, die bei einerAnzeige entsprechend verfolgt werden. Schon das Beschmutzen einer Sache - ohne einen dauerhaften Schaden – kann als Sachbeschädigung gewertet werden. Der Gesetzgeber sieht dafür Geldstrafen oder Haft von bis zu zwei Jahren vor – auch wenn der Täter ein strafmündiger Jugendlicher ab 14 ist.

Für jüngere Jungen und Mädchen ist ihr geringes Alter kein Freibrief auf der nach oben offenen Streiche-Skala. Ab sieben Jahren haften sie, wenn sie die nötige Einsichtsfähigkeit haben, grundsätzlich für ihr Handeln. Halloween-Eskapaden können auch bei kleineren Kindern teuer für deren Eltern werden. Vater und Mutter haften zwar generell nicht für Schäden ihres fünf- oder sechsjährigen Kindes. Haben sie aber die Aufsichtspflicht verletzt, etwa weil sie ein Mini-Monster allein um die Häuser ziehen lassen, kann es ins Geld gehe.

In den vergangenen Jahren haben die eskalierenden Streiche in der Gespensternacht stark zugenommen, erhöhten sich die Summen der entstandenen Schäden. Blieb es früher bei Ordnungswidrigkeiten, werden nun immer öfter auch schwere Straftaten begangen. Züngeln Flammen im Flur, weil Halloween-Kids Feuerwerkskörper durch den Briefschlitz derEingangstür geworfen haben, liegt Brandstiftung vor. Nehmen Jugendliche verkleideten Kindern mit Gewalt gesammelte Süßigkeiten ab, begehen sie einen Raub.