Knapp ein halbes Jahr Jahr nach dem in letzter Minute verhinderten Amoklauf an einem Gymnasium in St. Augustin bei Bonn muss sich eine 16-jährige Schülerin wegen der Ereignisse vor Gericht verantworten.
Die Staatsanwaltschaft wirft der Jugendlichen versuchten Mord in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung, Vorbereitung einer Sprengstoffexplosion und Verstoß gegen das Waffengesetz vor. Der Prozess findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.
Insgesamt sind acht Verhandlungstage bis zum 24. November vorgesehen, 26 Zeugen sind geladen. Zwei Gutachter sollen zur Frage der strafrechtlichen Verantwortlichkeit der jugendlichen Angeklagten gehört werden.
Das Mädchen wollte laut Anklage im vergangenen Mai zunächst einen Lehrer seiner Schule mit einem Schwert niederstechen und ihm danach die Schlüssel für die Klassenräume stehlen.
Sie habe geplant, die Klassenzimmer mit selbst gebauten Molotow-Cocktails in Brand zu setzen und die Türen danach von außen zu verschließen. Ihr Motiv sollen massive Probleme mit Mitschülern, Lehrern und ihren Eltern gewesen sein.
Der Plan wurde vereitelt, weil eine Mitschülerin die 16-Jährige in der Schultoilette überraschte. Die Angeklagte griff die Mitschülerin laut Anklage in Tötungsabsicht mit einem Schwert an.
Das Mädchen wurde dabei an Händen und Armen schwer verletzt. Erst als ein Lehrer hinzukam, gelang dem Opfer die Flucht aus der Toilette. Nach einem misslungenen Selbsttötungsversuch flüchtete die 16-Jährige vom Schulgelände, stellte sich aber am Abend in Köln der Polizei.
AP/dpa/lk



