"Time"-Ranking

Borat einflussreicher als George W. Bush

Das US-Magazin "Time" stellt jedes Jahr die 100 einflussreichsten Persönlichkeiten der Welt vor. In der jährlich erscheinenden Liste finden sich zahlreiche berühmte Personen aus Politik, Wissenschaft, Sport und Kunst. Ein wichtiger Mann aus Washington fehlt allerdings.

Foto: AP

Die US-Präsidentschaftsbewerber Hillary Clinton und Barack Obama haben es in die Liste der 100 einflussreichsten Persönlichkeiten des US-Nachrichtenmagazins „Time“ geschafft, nicht aber Amtsinhaber George W. Bush.

Bush habe mittlerweile „wahrscheinlich weniger Einfluss, als seine Position ihm automatisch verschaffen sollte“, sagte „Time“-Mitherausgeber Adi Ignatius. „Er ist eine lahme Ente¿, aber sein Einfluss ist geringer als der einer normalen lahmen Ente.“ Deshalb habe das Magazin den Präsidenten nicht mehr gelistet. Aufgenommen in die Top 100 wird nur, wer nach Ansicht der „Time“-Redaktion die Welt formt und gestaltet.

Das wird Hollywood-Schauspieler Leonardo DiCaprio und Borat-Darsteller Sacha Baron Cohen ebenso bescheinigt wie den YouTube-Gründern Steve Chen und Chad Hurley. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel ist wieder unter den einflussreichsten Persönlichkeiten. Die Laudatio schrieb der ehemalige US-Außenminister Henry Kissinger. Das „Time“-Magazin hat in diesem Jahr 71 Männer und 29 Frauen aus 27 Ländern nominiert. Über die Nominierung von Baron Cohen heißt es, der Borat-Darsteller verletze zwar oft die Gefühle von Menschen. „Aber die Jugend von heute ist beleidigt, wenn sie nicht beleidigt wird“, heißt es zur Begründung.

Großer Einfluss wird ferner den Models Kate Moss und Tyra Banks, US-Talkerin Oprah Winfrey, den Schauspielern George Clooney, Brad Pitt, Cate Blanchett, Angelina Jolie, Michael J. Fox, dem kalifornischen Gouverneur Arnold Schwarzenegger, „American Idol“-Erfinder Simon Fuller, Tennisstar Roger Federer und Fußballgigant Thierry Henry zugestanden.

Sonia Gandhi ist gelistet, der chinesische Präsident Hu Jintao, König Abdullah von Saudi-Arabien, die demokratische Mehrheitsführerin und Präsidentin des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, und im negativen Sinne einflussreiche Personen wie Al-Qaida-Chef Osama Bin Laden oder der sudanesische Diktator Omar Hassan al-Baschir.

Und es fehlen auch nicht die britische Königin Elizabeth II. und Papst Benedikt. New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg fand ebenso Berücksichtigung im „Time“-Olymp wie der Gründer und Präsident des Weltwirtschaftsforums, der Schweizer Klaus Schwab, außerdem Raul Castro, der Bruder des erkrankten kubanischen Staatschefs Fidel Castro, und der US-General David Petraeus.

Albert Einstein ist der Größte

„Time“ wurde 1923 von Henry Luce und Briton Hadden in New York gegründet, die erste Ausgabe erschien am 3. März selbigen Jahres. Das wöchentliche Magazin mit einer Auflage von 5,2 Millionen Exemplaren erstellt jedes Jahr die Liste der aus der Sicht der Redaktion bedeutendsten Politiker, Entertainer, Denker und Pioniere. Das bekannteste Feature ist wohl die jährliche Wahl (seit 1927) des Man of the Year (mittlerweile in „Person of the Year“ umbenannt). Zum Man of the Century kürte die Zeitschrift 1999 Albert Einstein, zum Man of the Millennium wählte sie Johannes Gutenberg.

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