Auf den Modeschauen in Paris sollte eigentlich "Prêt-à-Porter"-Mode vorgeführt werden – auch "Ready-to-Wear" genannt und mit "fertig zum Tragen" zu übersetzen. Der britische Star-Designer Alexander McQueen präsentierte am Dienstag allerdings eine Kollektion für Frühjahr/Sommer 2010, die fern ab von tragfähiger Mode ist: Er schickte seine Models in huf-ähnlichem Schuhwerk über den Catwalk. Die Folterinstrumente stachen durch ihr außergewöhnliches Design nicht nur ins Auge, sondern auch ins Herz – aus Mitgefühl für die gequält wirkenden Models.
Die Modewelt fragte sich, was uns McQueen mit diesem Schuhentwurf wohl sagen will. Zum Einen scheint das Thema der Pariser Fashion Week gründlich verfehlt, da die klobigen Stilettos vielmehr unter Fetischmode oder Haute Couture zu verbuchen sind, viele Modekritiker werten Alexander McQueens Schuhe deshalb als übertrieben ab. McQueen hat sich zwar einen Entwurf der Extraklasse einfallen lassen, aber die Kerker für die Füße passten einfach nicht zum Rest der Mode. Die Models hätten in ihren kurzen, farbsatten, leichten Kleidchen über den Laufsteg schweben können; stattdessen trotteten sie darüber. Zum Anderen sind die offensichtlich schmerzprovozierenden Schuhe keineswegs alltags- oder gar straßentauglich. Wer in diese Schuhe schlüpft, kann sich auf einen Spießrutenlauf im Spitzenschuh gefasst machen.
Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten, aber bei dieser Schuhmode ist noch nicht einmal schön, wer leidet – denn dieses Huf-Modell ist weder elegant, noch schick. Höchstens für Fetischliebhaber des Schmerzes. Wer sich dennoch in den High-Heel verliebt hat: Nur zu, höhere Absätze gibt es wahrscheinlich nirgendwo.








