Zettelpost in einer sonst ruhigen Straße in Nikolassee. „Liebe Nachbarn, am 14. Juni wird anlässlich zweier runder Geburtstage ab 18 Uhr ein großes Gartenfest….stattfinden. Wir bitte Sie, an diesem Abend über die Lärmbelästigung bis voraussichtlich 24 Uhr hinwegzusehen.“

Weiße Partyzelte, Gartenfackeln, ein Stromkabel, das über den Bürgersteig in Laternenhöhe zu einem Catering-Van des Hotel-Restaurants „Igel“ (Wild- und Fischspezialitäten) führte: Am Sonnabend Abend feierten die Politikwissenschaftlerin Gesine Schwan (SPD) und Ehemann Peter Eigen (Gründer des Anti-Korruptions-Netzwerks Transparency International) zusammen ein großes Fest in diesem Privathaus.

Anlass: Sie war unlängst 65 und er 70 geworden. Zu den Gratulanten gehörte auch Lore-Maria Peschel-Gutzeit (SPD). Die ehemalige Berliner Justizsenatorin sagte: „Gesine ist einfach herrlich unkompliziert. Wir haben schon einmal einen runden Geburtstag bei ihr gefeiert, damals hat sie kurzfristig der Catering Service sitzen lassen. Sie hat einfach einen neuen organisiert und uns Gästen gesagt: ,In eineinhalb Stunden sind sie da. Ihr müsst Euch aber bitte selbst in der Küche bedienen.' Es wurde ein wunderbares Fest.“ Zum Thema Gesine Schwan als mögliche Bundespräsidentin sagte Peschel-Gutzeit: „Wenn eine Frau – und das wäre ja mal Zeit – dann sie.“

Weitere Gäste: Gary Smith (American Academy) sowie Bundestagsvizepräsident Wolfgang Thierse (SPD). Renate Künast, Fraktionschefin der Grünen im Bundestag, antwortete auf die Frage, ob sie sich Gesine Schwan als Bundespräsidentin vorstellen könne: „Das kann ich mir sogar gut vorstellen. Ich habe schon einmal ein Kreuz gemacht.“