Der Radiosender DZBB berichtete zudem unter Berufung auf lokale Angaben, in dem Hauptstadtvorort Marikina seien 58 Menschen aus den Fluten geborgen worden, die noch nicht in der offiziellen Opferzahl auftauchten. Teodoro, der die Rettungsarbeiten leitet, kündigte an, diesen Berichten nachzugehen.

Auslöser für die schwersten Regenfälle seit 40 Jahren war der Tropensturm Ketsana. Manila und die umliegenden Regionen wurden von neunstündigen Regengüssen heimgesucht, die zahlreiche Hütten einfach wegschwemmten. An manchen Orten stand das Wasser bis zu sechs Meter hoch. Viele Bewohner flüchteten sich auf die Dächer von Häusern oder Autos und warteten dort auf Hilfe. Präsidentin Gloria Arroyo rief die Menschen zur Ruhe auf. Sie setzte den Einsatzkräften für die Rettung aller vom Wasser eingeschlossenen Bewohner eine Frist bis zum Einbruch der Dunkelheit, die aber offenbar nicht eingehalten werden konnte.

Nach Arroyos Angaben ging über der Hauptstadt mehr Regen nieder als über New Orleans während des Hurrikans Katrina im Jahr 2005. Die Rettungskräfte, die mit Hubschraubern und Schlauchbooten im Einsatz waren, wurden auch von der US-Armee unterstützt. Obwohl das Unwetter im Laufe des Sonntags nachlies, wurde mit einer weiteren Zunahme der Opferzahlen gerechnet, da durch die zurückgehenden Überschwemmungen weitere Tote zum Vorschein kommen könnten.

Fast 60.000 Menschen mussten in Notunterkünfte ziehen, in einigen Gegenden brachen Strom- und Telefonnetz zusammen. Zudem wurde der Katastrophenzustand ausgerufen. „Das ist das schlimmste, was ich jemals gesehen habe“, sagte Teodoro.

Auch in weiteren Regionen im Norden des Landes verursachten die Regenfälle schwere Schäden. Auslöser für die Unwetter war der Tropensturm Ketsana. Die Philippinen werden jährlich von etwa 20 Tropenstürmen heimgesucht, die über dem Pazifik von Osten her aufziehen.

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AP/AFP/cor