300 Millionen Dollar

Einer der größten Banküberfälle aller Zeiten

Keiner weiß, warum so viel Geld in der Bank lagerte. Und nur eines ist klar: Das Geld ist weg. Drei Wächter der Privatbank Dar Es Salaam in Bagdad haben mehr als eine Viertelmilliarde US-Dollar mitgehen lassen. Von ihnen fehlt jede Spur.

Foto: pk_wst_pgu / dpa

Bei einem der größten Banküberfälle aller Zeiten haben Diebe in Bagdad rund 300 Millionen Dollar erbeutet. Die Täter seien aller Voraussicht nach drei Wachmänner der Privatbank Dar Es Salaam, wie die Polizei am Donnerstag weiter mitteilte.

Als Mitarbeiter der Bank in dem Geschäftsviertel Karrada am Mittwochmorgen zur Arbeit erschienen, fanden sie die Eingangstür offen vor. Die Sicherheitsleute, die normalerweise in dem Gebäude übernachten, seien mitsamt der Beute verschwunden gewesen.

Nach Angaben der Bank wurden rund 300 Millionen Dollar und 220 Millionen irakische Dinar (176.000 Dollar) gestohlen. Das Innen- und Finanzministerium setzten eine Sonderkommission zur Aufklärung des Verbrechens ein. Warum derart viel Geld in der Bank aufbewahrt wurde, blieb zunächst unklar.

Postraub im Februar 2006

Einer der größten Banküberfälle in Europa hatte sich im Februar 2006 ereignet. Rund 53 Millionen Pfund erbeutete damals eine Gruppe von sieben Männern und einer Frau in einem Gelddepot in Tonbridge, einer Kleinstadt in Kent, Großbritannien. Als mutmaßlicher Kopf der Geldräuber gilt den Ermittlern der 58 Jahre alte Autohändler John Fowler.

In Verkleidungen, die für Hollywoodfilme tauglich gewesen wären, hatten die Gangster nach einem bis ins Detail ausgearbeiteten Plan und mit "einer fast unvorstellbaren Habgier" gehandelt. Zwei Gangster der Gruppe hatten sich als falsche Polizisten ausgeben und den Manager Colin Dixon, der bei der Geldtransporterfirma "Securitas" arbeitete, in ihre Gewalt gebracht. Zeitgleich wurde auch die Familie von Dixon, Frau und Tochter, von Kumpanen der Täter entführt. So unter Druck gesetzt, öffnete der verzweifelte Dixon seinen Peinigern das Gelddepot.

Nach Aussagen der Ermittler haben die Täter um Fowler "äußerste Brutalität und Skrupellosigkeit" bewiesen. Mittlerweile sind alle Teilnehmer der Verschwörung in Haft. Bisher konnte nur ein Teil der Summe sichergestellt werden.

Das berühmte Vorbild

Der Fall erinnert viele in Großbritannien an den berühmten britischen Postraub von 1963: Am 8. August, an seinem 34. Geburtstag, überfiel Ronald Biggs zusammen mit Bruce Reynolds, Ronald „Buster“ Edwards, Charlie Wilson („Der Schweiger), Roy James („Das Wiesel“), Brian Field und weiteren Gangstern den königlichen Postzug von Glasgow nach London.

Der Zug mit dem Geld war durch ein manipuliertes Zugsignal an einer Brücke zum Stehen gebracht worden. Die Räuber erbeuteten 120 Geldsäcke mit 2,63 Millionen Pfund. Das entspräche heute einer Summe von rund 30 Millionen Pfund, demnach 50 Millionen Euro.

Biggs und einige seiner Kumpanen wurden nach langer Fahndung gefasst. Seit dem 7. Mai 2007 sitzt der Kopf der Bande seine Strafe in einem Gefängnis in Großbritannien ab.