In der Mine in der westsibirischen Region Kemerowo waren am späten Samstagabend noch mehr als 60 Männer unter Tage eingeschlossen. Das teilte das Zivilschutzministerium nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen mit. Zum Zeitpunkt der Detonation hätten sich etwa 359 Arbeiter unter Tage aufgehalten, teilte ein Sprecher des Zivilschutzministeriums nach Angaben der Staatsagentur Ria Nowosti mit. Mindestens 282 Bergleute hätten den Schacht kurz nach der Explosion verlassen können.

Rettungskräfte versuchten, die restlichen Bergleute zu befreien. Mit einem Teil der Arbeiter gab es demnach Funkkontakt. Kremlchef Dmitri Medwedew und Regierungschef Wladimir Putin wiesen die zuständigen Behörden an, alles für die Rettung der Bergleute zu tun. Die Explosion zerstörte über Tage drei Gebäude. Das betroffene „Raspadskaja“-Kohlebergwerk ist das größte seiner Art in Russland.

Auf dem Gebiet der früheren Sowjetunion kommt es wegen unzureichender Sicherheitsvorkehrungen immer wieder zu schweren Grubenunglücken mit hohen Opferzahlen. Kemerowo liegt in dem berühmten Kusnezker Kohlenbecken – kurz: Kusbass. In der Region war es zuletzt 2007 zu zwei schweren Bergwerksunglücken gekommen.

Im März 2007 starben in einem Nachbarschacht von Nowokusnezk 110 Arbeiter - es war das schwerste Grubenunglück seit Jahrzehnten.

dpa/cl