Royals

Prinzessin Rotschopf legt los

Die britische Prinzessin Beatrice Ferguson ist der neue Star am royalen Himmel. Als Herzogin von York arbeitet die 19-Jährige gemeinsam mit ihrer Mutter Sarah Ferguson vehement an einem zeitgemäßem Image. Doch die mütterliche Beratung könnte sich auch negativ auswirken.

Foto: AP

Eine Schönheit im klassischen Sinne ist sie nicht - „Her Royal Highness“ Beatrice Ferguson, Herzogin von York. Aber sie hat andere Vorzüge: Die 19-jährige Prinzessin ist reich und die Nummer fünf in der Thronfolge. Vermutlich deswegen wurde die älteste Tochter von Prinz Andrew, Herzog von York, und seiner Ex-Frau Sarah Ferguson auch dieses Jahr von dem Männermagazin FHM zu einer der begehrtesten Frauen von Großbritannien gewählt – gleich hinter Rod-Stewart-Tochter Kimberley und Baywatch-Star Carmen Elektra.

Das publikumswirksame Image, der einst als langweilig und unspektakulär verschrienen rothaarigen Adeligen, gründet sich auf ein Interview mit der Zeitschrift „Tatler“, dem Klatschblatt und Stil-Bibel der britischen High Society.

Dort wurde Beatrice – vor allem auf dem Cover – als verführerische, geheimnisvolle Schönheit präsentiert: die neue royale Traumprinzessin.

Die heiße Partyprinzessin

Inzwischen ist aus ihr eines der heißesten Party-Girls des Inselkönigreichs geworden. Die Paparazzi stehen jedes Mal Spalier, wenn die junge Herzogin sich wieder einmal im „kleinen Schwarzen“ in Londons Nachtleben stürzt.

Glamouröse Foto-Models, Intelligenzbestien oder Kriegshelden bringt die britische Königsfamilie ja schon lange nicht mehr hervor – dazu wird der royale Genpool einfach zu selten aufgefrischt.

Aber verglichen mit ihrer blaublütigen Konkurrenz macht Beatrice eine ganz gute Figur, obwohl sie – es muss an dieser Stelle gesagt werden – ein bisschen moppelig ist. Der Apfel fällt eben nicht weit vom Stamm. Die rothaarige Herzogin ist ihrer Mutter Sarah Ferguson wie aus dem Gesicht geschnitten.

Mutter Fergie als Image-Beraterin

Dazu kommt Fergies hoffnungslos ramponiertes Image: Sie wird von der scharfzüngigen britischen Presse auch gerne mal „Duchess of Pork“ genannt. Grund für den Spott der Journaille war in der Vergangenheit vor allem das tölpelhafte, aber arrogante Auftreten von Sarah Ferguson und ihre unmögliche Garderobe.

Dabei hatten die Briten so viel Hoffnung in ihren Ex-Mann, Prinz Andrew, gesetzt: Charles’ jüngerer Bruder war in den 80er Jahren der Liebling der britischen Presse. Der ehemalige RAF-Pilot, Spitzname „Randy Andy“ (geiler Andy) war nicht nur attraktiv und charmant, er war auch ein Frauenheld. Einen Skandal verursachte seine 18-monatige Beziehung mit der US-Schauspielerin Koo Stark, die von der britischen Boulevardzeitung „The Sun“ als Pornosternchen bezeichnet wurde.

Dann ehelichte der Traumprinz 1986 in Westminster Abbey die eher trampelige Sarah Ferguson. Für die Briten brach eine Welt zusammen. Zunächst hatte die Presse des Inselkönigreichs Nachsicht, doch dann hagelte es Kritik. Schließlich pflegte „Fergie“ einen verschwenderischen Jet-Set-Lebensstil und verschuldete sich hoch. Das war so gar nicht im Sinne der um Diskretion bemühten Royals.

Scheidungskind Beatrice

1992 tauchten in der Presse kompromittierende Fotos von Fergie und ihrem Finanzberater John Bryan auf und läuteten das Ende der Ehe Ferguson ein. Noch im selben Jahr trennte sich das Paar und ließ sich 1996 scheiden. Sarah floh zeitweise in die USA. Die Amerikaner waren gnädiger mit ihr und dank ihrer eigenen Chatshow, Buchveröffentlichung und anderen Aktivitäten erarbeitete sich Fergie ein Millionenvermögen.

Prinzessin Rotschopf überstand die Irrungen und Wirrungen des turbulenten Lebens ihrer Mutter relativ unbeschadet. Sie sagt von sich und ihrer Mum, dass sie die besten Freundinnen sind. Auch mit ihrer Großmutter, der Queen, soll Beatrice sich gut verstehen. Die Beiden reiten oft gemeinsam aus. Ihr Vater, der Duke of York, ist voll des Lobes: „Beatrice ist die Verantwortliche – ihr Pflichtgefühl und ihre Sorge für andere sind bemerkenswert.“ Die Prinzessin setzt sich oft gemeinsam mit ihrer Mutter für wohltätige Zwecke ein.

Der Terminkalender ist gut gefüllt

Letztes Jahr bestand die Prinzessin das Abitur an der exklusiven Privatschule St. George’s in Ascot. Jetzt will sie erst einmal ausspannen, bevor sie ein Praktikum in New York absolviert und eine Afrikareise für einen guten Zweck organisieren will.

Außerdem hat sie einen prall gefüllten Terminkalender, denn Mami hat sich in den Kopf gesetzt für ihr blaublütiges Prinzesschen zu erreichen, was ihr verwehrt blieb: Sie will die Herzen der Briten gewinnen. Und dafür ist ihr jedes Mittel Recht: Erst vor einigen Monaten verkündete Beatrice in der Öffentlichkeit, dass sie genauso wie ihre Mutter werden möchte.

Der Daily Express schrieb dazu lakonisch: „Fergie hat einige schwere Fehler gemacht. Die Überzeugung ihrer Tochter, dass sie sich am besten verhält, indem sie ihre Mutter kopiert, ist nicht charmant, sondern erfüllt uns mit Sorge.“

Beatrices öffentliche Auftritte sind bis ins kleinste Detail geplant. In der passenden Garderobe zum passenden Anlass, präsentiert sich die rothaarige Prinzessin stets charmant, lässig und sexy. Den richtigen Freund hat sie auch schon: David Clark, bildhübscher amerikanischer Millionärssohn, der mit seinen Eltern in einer Villa in London lebt und am Weltraumprojekt des britischen Unternehmers Sir Richard Branson arbeitet.

Prinzessin in guter Gesellschaft

Das Paar, das sich über Beatrices Cousin Prinz William kennen lernte, war auch schon zweimal gemeinsam im Urlaub, standesgemäß in den noblen Skiorten St. Moritz und Verbier. Der 24-jährige Dave hat auch schon ernste Absichten bekundet, indem er seiner königlichen Freundin einen russischen Hochzeitsring geschenkt hat. Kein Verlobungsring wie er betonte, denn dafür sei Beatrice ja noch zu jung, aber ein Ausdruck seiner Verpflichtung. Fergie und Andrew glauben, dass Clark „gute Gesellschaft“ für ihr Töchterchen ist.

Bevor die junge Herzogin von York in festen Händen war, soll sie eine ganz Reihe hochkarätiger Verehrer gehabt haben: darunter Nikolai Bismarck, Ur-Ur-Enkel Otto von Bismarcks, und Carlo Carello, Sprößling des früheren Chefs des italienischen Autoherstellers Fiat.

Die junge Herzogin begegnet der britischen Presse mit Charme und Anmut (sofern es ihr möglich ist), ähnlich wie ihre berühmte, modebewusste Tante Diana. Fergie und Diana waren übrigens sehr gut befreundet. Lady Di hatte für Sarah Ferguson sogar ein Spitznamen: BF, Abkürzung für „best friend“ (beste Freundin).

Wilder Feier zum 18. Geburtstag

Prinzessin Beatrices 18. Geburtstag wurde mit viel Pomp auf Windsor Castle gefeiert. Das ist ungewöhnlich, denn eigentlich warten die Royals immer bis zum 21. Geburtstag bevor sie eine große Party schmeißen. Doch bei Bea war alles anders: Wegen ihres ungewöhnlichen Geburtsdatums – 8.8.1988, 8.18 pm – wurde eine Ausnahme gemacht.

Thema des Kostümfests: Pride & Prejudice (Stolz und Vorurteil), Titel des berühmten Romans der Schriftstellerin Jane Austen. Beatrice kam als Elizabeth Bennet, in der aktuellen Verfilmung des Erfolgsromans gespielt von der britischen Schauspielerin Keira Knightley.

Einer anderes Highlight in Beatrices PR-Kalender war ihr Auftritt beim Finale der Londoner Fashion Week: Mutter und Tochter wandelten Seite an Seite in engen schwarzen Roben den Laufsteg entlang. Kritischer Kommentar des Daily Express: „Einige königliche Höflinge, die nicht glauben, dass ein solches Verhalten angemessen ist, dürften ‚not amused’ gewesen sein.“

Auch dass Beatrice gerade eine kleine Nebenrolle in einem neuen Martin-Scorsese-Film über ihre Ur-Ur-Ur-Ur-Großmutter, Königin Victoria, spielt, war eine Idee Fergies – die wieder einmal nicht gut ankam.

Beatrice soll über ihr Mitwirken in dem Film begeistert gewesen sein. Nicht so die britische Presse: Sie schrieb, Beatrice habe in ihrem Kostüm ausgesehen wie eine dralle Magd. Wie es scheint, liegt über der jungen Herzogin trotz aller Bemühungen immer noch der rabenschwarze Schatten ihrer Mutter.

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