Gut eine Woche nach dem schweren Grubenunglück im Norden Chinas sind neun der mehr als 150 eingeschlossenen Bergarbeiter aus dem überfluteten Kohleschacht gerettet worden. Das staatliche Fernsehen berichtete, wie die Arbeiter am Montagmorgen aus dem Wangjialing-Bergwerk in der Provinz Shanxi geborgen und in Krankenhäuser gebracht wurden. Die Versuche zur Rettung der mehr als 140 weiterhin eingeschlossenen Bergarbeiter wurden fortgesetzt.

Die geretteten Arbeiter wurden in grüne Tücher gehüllt, zum Schutz vor der plötzlichen Helligkeit nach rund 180 Stunden unter Tage wurden ihre Augen bedeckt. Ein Sprecher der Rettungskräfte sagte, es bestehe nun Hoffnung, noch weitere Überlebende aus dem überfluteten Schacht zu bergen.

Insgesamt 153 Bergarbeiter waren am Sonntag vergangener Woche durch einen Wassereinbruch in dem Wangjialing-Bergwerk eingeschlossen worden. Rund 3000 Helfer waren im Einsatz und versuchten, die überfluteten Schächte mit Pumpen trockenzulegen und die Arbeiter zu befreien.

Am Freitag hatten sie erstmals Klopfzeichen gehört. Am Sonntagabend stieg erneut ein Team von hundert Helfern in das Bergwerk hinab und stieß nach zweistündiger Suche auf die neun Arbeiter, wie chinesische Medien berichteten. Nach 40 weiteren Minuten hatten sie die Arbeiter befreit.

Nach Angaben des Staatsfernsehens bekamen fünf der neun geretteten Arbeiter eine Notfallbehandlung, während der Zustand der vier übrigen stabil war. Alle neun seien bei Bewusstsein. Das Unglück ereignete sich offenbar dadurch, dass die Arbeiter in den Schacht einer nahe gelegenen, stillgelegten Mine vordrangen, der sich mittlerweile mit Wasser gefüllt hatte.

Die Bergwerke in der Volksrepublik gelten als die gefährlichsten der Welt. Allein in der zurückliegenden Woche kamen bei fünf Grubenunglücken in China insgesamt fast 30 Menschen ums Leben, mit den Bergleuten in Shanxi wurden am Wochenende noch fast 200 Arbeiter vermisst.

Vor allem kleinere Zechen halten sich aus Kostengründen häufig nicht an die Sicherheitsvorschriften. Im vergangenen Jahr starben in chinesischen Kohlebergwerken mehr als 2600 Menschen. China deckt mehr als zwei Drittel seines Energiebedarfs durch Kohle.

AFP/cl