Sie ist jung, schön, reich – aber von Kunst hat sie keine Ahnung. Dennoch gehört der 27-jährigen Daria Schukowa (Kosename: "Dascha") jetzt Moskaus größtes privates Museum. Mit der "Art Garage", ihrem soeben eröffneten Zentrum für zeitgenössische Kultur, gilt die Freundin von Öl-Milliardär Roman Abramowitsch als neuer Fixstern am Kunst-Himmel. Und das, obwohl sie in einem Interview auf die Frage, wer denn ihr Lieblingskünstler sei, mit dem Satz antwortete: "Ich kann mir einfach keine Namen merken."
Wer ist dieses brünette Ex-Model, das den zweitreichsten Mann Russlands dazu bringt, dreistellige Millionenbeträge für Kunst auszugeben? Immerhin erstand Abramowitsch im Mai zwei Gemälde von Lucian Freud und Francis Bacon für insgesamt 120 Millionen Dollar. Die Bilder sollen, wird gemunkelt, demnächst in Daschas Kunst-Garage zu sehen sein. Überhaupt stecke die Geliebte hinter dem neuen Kunstsinn des Magnaten, der sein bis dato eher raues Image mit der höheren Tochter aus russischem Geldadel aufpolieren wolle.
Für beide offensichtlich ein lohnendes Geschäft: Denn nicht nur der 41-jährige Oligarch entdeckt an der Seite der langbeinigen Dascha die Kunst als neue Investitionsmöglichkeit. Auch Schukowa profitiert von der Verbindung. Denn seit 2006 ihre Beziehung mit Abramowitsch bekannt wurde, hat sich die gebürtige Moskauerin mit britischem Pass von der "Socialite", einem unterbeschäftigten, aber festen Bestandteil der Londoner Gesellschaft, zur umschwärmten Mäzenin entwickelt.
Zur Eröffnung ihres Moskauer Kunstzentrums, mit 8 500 Quadratmetern weit größer als die Berliner Neue Nationalgalerie, kamen sie dann auch alle: Museumsdirektoren wie Nicolas Serota von der Londoner Tate Modern, der Galerist Larry Gagosian und Künstler wie Jeff Koons und Richard Prince. Das Büffet wurde aus London eingeflogen, genau wie die Musik: Für eine Million Pfund gab Soul-Sängerin Amy Winehouse ein Privatkonzert.
Wer nun allerdings denkt, das alles habe Abramowitsch bezahlt, hat nur teilweise Recht: Daschas Vater Alexander Schukow ist ebenfalls Millardär, und wie der zukünftige Schwiegersohn hat auch er sein Vermögen in den 90er-Jahren mit Öl gemacht. Weshalb seine Tochter die Hälfte der Renovierungskosten für die heruntergekommene Busgarage aus den 20er-Jahren mit den Mitteln ihrer eigenen Stiftung finanzieren konnte.
Im Moment ist in Daschas Privatmuseum eine große Retrospektive der Konzeptkünstler Ilja Kabakow und Emilija Kabakowa zu sehen; als nächstes soll – man kennt sich eben – die Sammlung des französischen Milliardärs Francois Pinault zu sehen sein.
Und sollte Dascha Schukowa eines Tages die Lust an der Kunst vergehen, wäre da noch ihr eigenes Modelabel. Auf den Namen "Kova & T" hören die hautengen Jeans und Leder-Leggings, die Dascha gemeinsam mit der Hongkonger Milliardärstochter Christina Tang entwirft.
Die verkaufen sich seit der öffentlichkeitswirksamen Beziehung mit Roman Abramowitsch richtig gut: In 83 Läden weltweit ist "Kova & T" zu haben, demnächst auch in der Berliner Luxus-Boutique "The Corner". Stars wie Drew Barrymore und die Olsen-Zwillinge sind erklärte Fans der exklusiven Beinbekleidung, erhältlich ab 200 Dollar. Die fänden es sicher auch nicht so schlimm, wenn man von Kunst keine Ahnung hat.
lha/dpa

















