Nicht einmal Amerikas kräftigster Gouverneur, Arnold Schwarzenegger, kann sich des Kraftakts rühmen, der Alaskas Gouverneurin Sarah Palin im Herbst 2008 gelang: ihren Staat in der Wahrnehmung ihrer Landsleute wie der übrigen Welt zum ersten Mal als spannend und cool auf der Landkarte markiert zu haben.

Über Nacht holte der Präsidentschaftskandidat John McCain nicht nur Palin auf die nationale Bühne, sondern auch den größten und am leichtesten zu vergessenden Flächenstaat der USA. Niemand hat mehr das Recht als Alaskas Entdeckerin Sarah Palin, in einer Reality-Fernsehserie „Charaktere, Traditionen und Attraktionen des 49.Staates“ vorzustellen. Und so soll es nach US-Medienberichten für das gewaltige Honorar von einer Million Dollar pro Folge bald auf dem Discovery-Kabel-Kanal geschehen.

Das Geld dürfte Sarah Palin (46) niemand missgönnen. Ihre gescheiterte Vizepräsidentschaftskandidatur, die sie zum Idol der rechtschaffenen rechten Leute machte, in Memoiren und als „News-Analystin“ auf Fox News zu versilbern ist amerikanisches Geburtsrecht.

Umstrittener sind ausgerechnet in Alaska Palins Alaska-Referenzen. Sie liebe es, erzählte sie im Wahlkampf, Elchfleisch-Burger zu verzehren, vom Hubschrauber aus auf Wölfe Jagd zu machen, Lachs zu fischen und ihren Mann Todd bei seinen Hundeschlitten-Meisterschaften anzufeuern. Nichts davon stimme, behauptete ihr Fast-Schwiegersohn und der Vater ihres Enkelsohns, der schwor, Palin könne keinen geraden Schuss abfeuern und ziehe das Abenteuer von Seifenopern im Bett der Natur deutlich vor.

Auch zeigte Palin fragwürdige Geografiekenntnisse, als sie behauptete, sie könne von ihrem Haus aus (das bedrohliche) Russland sehen. Seit 1867, als die USA Alaska für 4,74 Dollar pro Quadratkilometer von Russland kauften, dürfte niemand so weitblickend gewesen sein. Doch Sarah Palin ist ein Star und kann vielleicht selbst Alaska zum gelobten Land machen.