Deutschland-Uruguay

Deutlich weniger Fans beim Public Viewing

Die Lust auf Public Viewing ist vielen Deutschland-Fans bei brütender Hitze und nach dem verlorenen Halbfinale vergangen.

Foto: REUTERS

Brütende Sonne und glühend heißer Asphalt – zum Deutschland-Spiel um den dritten Platz der Fußball-Weltmeisterschaft hat sich die Lust der Fans auf gemeinsames Jubeln in Grenzen gehalten. Zwei Stunden vor Spielbeginn waren in Berlin nur einige tausend Menschen auf die Straße des 17. Juni gekommen. Letztlich füllte sich die FIifa-Fanmeile nach Veranstalterangaben mit knapp über 100.000 Fans - nur ein Drittel des früheren Andrangs bei Deutschland-Spielen.

Auch in anderen Städten war die Beteiligung deutlich geringer als zuvor – etwa in Dortmund. Dort kamen zweieinhalb Stunden vor Anpfiff nur eine Handvoll Fans auf den Friedensplatz. „Es ist schlicht zu heiß. Die Leute warten erstmal ab“, sagte Cheforganisator Hans-Werner Rixe. Auch zur Kölner Lanxess Arena war der Zustrom geringer als sonst. „Die Fans kommen, aber noch nicht so in Scharen wie bei den anderen Spielen“, sagte Arena-Sprecher Karsten Meier.

5.000 Fans in Hamburg

Auch in Hamburg ließen sich bei drückender Hitze nur wenige Fans auf dem Heiligengeistfeld blicken. Der riesige Platz im Stadtteil St. Pauli füllte sich sehr langsam. Etwa 5.000 Anhänger wollten die Partie um WM-Platz drei zwischen Uruguay und Deutschland schließlich gemeinsam sehen. „Wir hätten eigentlich morgen hier sein sollen“, sagte einer der Moderatoren auf der Bühne und erntete dafür viel Beifall vom Publikum. Am Sonntag findet in Johannesburg das Endspiel der Fußball-Weltmeisterschaft statt, mit den Niederlanden und Spanien.

Doch auch die wenigen Besucher machten bei der Ankündigung der Aufstellung mächtig Lärm und riefen die Namen der DFB-Stars lauthals mit. So mancher Anhänger nutzte die letzte Gelegenheit, ein WM-Spiel der deutschen Kicker beim Fanfest zu erleben.

Bei der Eröffnung des Hamburger Fanparks um 17.00 Uhr hatten die Veranstalter noch mit einem zumindest halb vollen Platz gerechnet. „Die Fans stehen in der prallen Sonne. Dennoch erwarten wir, das noch einige kommen“, hatte Sprecherin Daniela Scherbring gesagt. Sie hatte bis zu 40 000 Besucher erhofft. Bei Temperaturen über 30 Grad hatten viele Hanseaten offenbar andere Pläne. Für die Fans vor Ort gab es zur Erfrischung kostenloses Trinkwasser.

Kaum Zuschauer Leipzig, Dresden und Frankfurt

Auch in Sachsen herrschte Ebbe: Nur rund 3.000 Menschen verloren sich im weiten Rund des Leipziger Zentralstadions - obwohl die Veranstalter nach eigenen Angaben noch die Eintrittspreise gesenkt hatten. Beim Halbfinale hatten hier noch 14.000 Fans mitgefiebert.

„Die Luft ist wohl ein bisschen raus“, sagte eine Sprecherin. Auch vor der Leinwand am Elbufer in Dresden machten sich die enorme Hitze und die vergleichsweise geringe Bedeutung des Spiels um den dritten Platz bemerkbar. Nur etwa 2.000 Besucher seien gezählt worden, sagte ein Sprecher. Zuletzt waren es 10.000 gewesen.

Am Hockenheimring war es ähnlich. „Das heiße Wetter hat die Leute doch abgehalten“, sagte Organisator Stefan Hermann.

In Frankfurt blieb die Arena am Rathenauplatz ganz geschlossen, am Rossmarkt in der Innenstadt zählten die Veranstalter zu Beginn des Spiels Deutschland-Uruguay etwa 6.000 Besucher. In der Frankfurter Commerzbank-Arena wurde das Spiel um den dritten Platz nicht übertragen, weil dort die Nachfrage nach den kostenpflichtigen Eintrittskarten vergleichsweise gering geblieben war.

Händler auf der Berliner Fanmeile enttäuscht

Unter den Händlern auf der Berliner Fanmeile wächst unterdessen die Unzufriedenheit mit der organisierten Party-Zone auf der Straße des 17. Juni. Die Geschäfte seien nicht gut, sondern „mehr schlecht als recht“ gelaufen, sagte eine Sprecherin der Veranstalter der „Berliner Zeitung“. Zwar kamen nach Angaben der FIFA knapp 1,5 Millionen Menschen zu den Live-Übertragungen der WM-Spiele. Vor vier Jahren, bei der Weltmeisterschaft in Deutschland, waren es aber 9 Millionen, sechsmal so viel Besucher wie in diesem Sommer.

Allerdings begann die Fanmeile 2006 direkt am Brandenburger Tor, war deutlich länger und hatte an viel mehr Tagen geöffnet. Dieses Mal steht die Hauptbühne an der Siegessäule. Trotzdem hofften die Veranstalter für das Spiel um den dritten Platz am Samstagabend zwischen Deutschland und Uruguay sowie für das Endspiel am Sonntag zwischen Niederlande und Spanien (jeweils 20.30 Uhr) noch einmal auf Hunderttausende Besucher.

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