Was für ein Verkaufsboom: Derzeit sind 22 Lieder von Michael Jackson in den Trend-Charts geführt. Das teilte das Stuttgarter Unternehmen Media Control mit, das die Daten für die deutschen Hitparaden erhebt. Die Single „Thriller“ erreichte mit Rang sechs die höchste Platzierung und schnitt besser ab, als zu Jacksons Lebzeiten. Das gleichnamige Album und neun weitere Platten stiegen durch den überraschenden Tod des US-Musikers am vergangenen Wochenende ebenfalls wieder in die Charts ein. Allein bei den Musik-Downloads registrierte Media Control mehr als 100. 000 Verkäufe. Einen derartigen Boom habe das Unternehmen in 32 Jahren noch nie erlebt.
In Großbritannien kletterte die Best-of-Sammlung "Number Ones" von Platz 121 bereits an die Spitze der UK-Album-Charts.In den stündlich aktualisierten deutschen Topten des Internethändlers Amazon dominiert Jackson ebenfalls das Geschehen: Er belegt gleich die ersten acht Plätze. Ganz oben rangiert die Doppel-CD „King of Pop“. Ganz ähnlich sieht es bei dem Apple-Internetgeschäft iTunes aus.
Die deutsche Niederlassung von Sony Music konnte dazu keine Auskunft geben. Aber die Tokioer Zentrale des japanischen Konzerns hatte bereits am vergangenen Freitag Rekordverkäufe gemeldet. Kunden hätten an einem Tag insgesamt 150.000 CDs des „King of Pop“ bestellt, sagte Sony-Music-Sprecher Yoshikazu Takahashi. Sony besitzt die Rechte an den Jackson-Alben „Thriller“, „Off the Wall“, „Bad“, „Dangerous“ und „HIStory“. Das Unternehmen verkaufte vor dessen Tod bereits weltweit rund 750 Millionen Platten von Jackson.
Knapp eine Woche nach seinem Herzstillstand ist eine heftige Diskussion um Jackos letzten Willen entbrannt. Nach Ansicht der Eltern Joe und Katherine hat der Sänger kein gültiges Testament hinterlassen. Das „Wall Street Journal“ berichtete dagegen von einer Verfügung aus dem Jahr 2002, in der Jackson sein Vermögen zwischen seiner Mutter, seinen drei Kindern und sozialen Einrichtungen aufteilt. Der Vater und seine beiden ehemaligen Ehefrauen sind in dem Papier offenbar nicht bedacht. Ein Termin für das Begräbnis des Megastars war weiter nicht in Sicht.
Jackson hat Schätzungen zufolge zwar bis zu 500 Millionen Dollar Schulden hinterlassen. Vor allem seine lukrativen Musikrechte könnten das gigantische Minus aber bei weitem aufwiegen. „Bis jetzt ist weder der Familie noch uns ein Testament vorgelegt worden“, erklärte der Rechtsanwalt der Eltern, Londell McMillan.
Der Veranstalter der für Juli geplanten Comeback-Konzerte in London veröffentlichte heute Fotos von Jackson, die zeigen, wie er im Staples Center in Los Angeles noch zwei Tage vor seinem plötzlichen Tod singt und tanzt. Auf den Fotos wirkt er fit, dynamisch und zufrieden. Im Hintergrund ist der Schriftzug „This is it“ zu sehen – das Motto der geplanten Konzertserie. Ein Video von der dreistündigen Probe soll nach Angaben der „New York Post“ als DVD und als Album vermarktet werden.
„Als er die Bühne betrat, war ich begeistert, dass der magische Michael Jackson zurück war“, sagte der Fotograf und Augenzeuge Kevin Mazur nach Angaben der britischen Zeitung „The Sun“. Angebliche Fotos von letzten Proben, die am Montag im Internet kursierten und in diversen Zeitungen abgedruckt wurden, waren Medienangaben zufolge dagegen schon mehrere Jahre alt.
Der Veranstalter der geplanten Jackson-Konzerte versprach, die Eintrittspreise voll zu erstatten. Da Jackson „zu Lebzeiten seine Fans liebte, obliegt es uns, sie mit derselben Ehrfurcht und Achtung nach seinem Tod zu behandeln“, sagte der Chef des Konzertveranstalters AEG Live, Randy Phillips.
Die Karteninhaber sollen am Mittwoch auf der Internetseite www.michaeljacksonlive.com weitere Informationen erhalten. Der Verlust durch den Einnahmeausfall mit Karten, Fanartikeln, Werbung und anderer Exklusivvermarktung wird auf einen dreistelligen Millionenbetrag geschätzt.
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