Nur wenige Tage vor dem Absturz einer Air-France-Maschine über dem Atlantik hat es gegen ein anderes Flugzeug der Gesellschaft in Südamerika eine Bombendrohung gegeben. Die Maschine, die am 27. Mai von Buenos Aires in Argentinien nach Paris fliegen sollte, sei darauf von der Polizei durchsucht worden, ohne dass etwas gefunden worden sei, teilte Air France in Paris mit.
Die Gesellschaft sieht offiziell noch keinerlei Verbindung zum Absturz ihrer Maschine mit 228 Flugzeuginsassen am Pfingstmontag auf dem Weg von Brasilien nach Paris. Aus Flughafenkreisen in Paris hieß es, anonyme Bombendrohungen gebe es an allen Airports der Welt „regelmäßig“. Die Ursache des Unglücks über dem Atlantik ist allerdings immer noch unklar. Nach automatisch verschickten Fehlermeldungen des Flugzeugs waren mehrere Geräte ausgefallen; Air France vermutete darauf einen Blitzschlag.
Die französische Regierung schließt einen Terroranschlag aber noch nicht ausdrücklich aus; in französischen Medien war spekuliert worden, Terroristen hätten laxere Sicherheitsvorkehrungen in Brasilien nutzen können, um eine Bombe an Bord zu schmuggeln.
Mehr Details zum Absturz erhoffen sich die Ermittler von den Flugschreibern, für deren Bergung Spezialroboter eingesetzt werden sollen. Inzwischen haben Aufklärungsflugzeuge weitere und größere Wrackteile der Maschine im Atlantik gefunden. Die Trümmer seien im Radius von fünf Quadratkilometern verstreut, sagte ein brasilianischer Armeesprecher. Gesichtet wurde unter anderem ein etwa sieben Quadratmeter großes Metallteil sowie eine 20 Kilometer lange Treibstoffspur.
Die Unfallermittler in Frankreich dämpfen allerdings die Hoffnung auf eine schnelle Aufklärung der Ursachen. „Die Ermittlungen sind lang, manchmal sehr lang, denn man kann sich nicht mit 80 Prozent Verständnis zufriedengeben“, sagte der Direktor des Amts für Unfallanalysen BEA, Paul-Louis Arslanian, in Paris. „Wir können uns nicht erlauben, zu spekulieren. Wir müssen alles verifizieren.“ Hinweise auf Probleme mit dem Flugzeug seien unsicher.
So soll ein Unfall der im Atlantik abgestürzten Air-France-Maschine vor drei Jahren auf dem Pariser Flughafen Charles de Gaulle am Boden keine Folgen gehabt haben. Nach Angaben des deutschen Luftfahrt-Unfalluntersuchungsbüros JACDEC (Jet Airliner Crash Data Evaluation Center) aus Hamburg stieß der Airbus A330 damals auf dem Rollfeld mit einem anderen Air-France-Airbus vom Typ A321 zusammen. Bei der Kollision am 17. August 2006 sei jedoch nur geringer Schaden entstanden, heißt es auf der JACDEC-Website.
AP/AFP/dpa/kami




