Der Versuch, die Ölpest im Golf von Mexiko mit einer riesigen Stahlkuppe über dem Leck zu bekämpfen, ist auf ernste Schwierigkeiten gestoßen. Die Operation in 1500 Meter Tiefe sei zunächst unterbrochen worden, sagte der verantwortliche BP-Manager Doug Suttles am Samstag. Es hätten sich Kristalle aus Öl und Wasser an der Innenseite der Kuppel gebildet, die ein Absaugen des Öls verhindern würden. „Ich würde aber in diesem Augenblick noch nicht von einem Scheitern sprechen“, sagte Suttles.
Wegen der Probleme habe man die rund 100 Tonnen schwere und 13 Meter hohe Kuppel, die in der Nacht zum Samstag zunächst über dem Leck platziert wurde, jetzt neben das Leck gestellt. „Die Kuppel befindet sich etwa 200 Meter vom Öl-Leck entfernt auf dem Meeresboden.“ Experten würden derzeit prüfen, wie die Kristallbildung verhindert werden könne.
Dies werde vermutlich zwei Tage dauern, sagte Suttles. Eine der Möglichkeiten sei es, die Kristallbildung etwa mit Wärme zu verhindern. Eine andere Möglichkeit sei der Einsatz von Ethanol. Die Frage, die sich derzeit stelle, laute: „Gibt es einen Weg, diese Problem zu lösen?“
Erneut wies Suttles darauf hin, dass eine derartige Operation mit einer Stahlkuppel über dem Leck niemals zuvor in derartiger Tiefe versucht worden sei. Bereits zuvor hatte er Komplikationen vorausgesagt. Aufgabe der Kuppel ist es, das ausströmende Öl aufzufangen, damit es anschließend auf ein Schiff gepumpt werden kann.
Nach ursprünglicher Planung war vorgesehen, Anfang nächster Woche mit dem Anpumpen des Öls zu beginnen. Nach wie vor sprudeln täglich mindestens 700 Tonnen Rohöl ins Meer. Unterdessen weiteten die US- Behörden das Verbot für Fischfang an der Küste vor Louisiana weiter aus. Über 10 000 Helfer seien im Einsatz, um zu verhindern, dass das Öl auf das ökologisch empfindliche Marschland am Mississippi-Delta trifft.
Die Bohrinsel „Deepwater Horizon“ war am 20. April explodiert und in Brand geraten. Zwei Tage später versank die Plattform im Golf von Mexiko. Am Donnerstag erreichte der Ölfilm erstmals eine unbewohnte Insel vor der Küste des US-Bundesstaates Louisiana.
AFP/cl





