Milde Gabe

Papst schenkt Erdbebenopfern 500 Ostereier

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Bisher hat es das Oberhaupt der katholischen Kirche nicht geschafft, den Erdbebenopfern persönlich Zuspruch zu spenden. Dafür bekommen jetzt die Kinder im Krisengebiet von L’Aquila eine süße Überraschung von Papst Benedikt XVI: Der Papst spendet ihnen 500 Ostereier.

Papst schickt Schoko-Ostereier für Kinder ins Erdbebengebiet = Vatikanstadt (KNA) Die Kinder im Erdbebengebiet von L’Aquila bekommen zu Ostern eine süße Überraschung von Papst Benedikt XVI. Das Kirchenoberhaupt ließ ein größeres Kontingent der traditionellen italienischen Riesen-Schokoladeneier in die Abruzzenstadt liefern, wie der Vatikan am Samstag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) bestätigte. Vatikanische Gendarmen und Feuerwehrleute brachten das Geschenk in die Pfarrkirche San Francesco a Pettino von L’Aquila, wo es Erzbischof Giuseppe Molinari in Empfang nahm.

Der Erzbischof dankte Benedikt XVI. laut italienischen Online-Medien für die Geste der „Aufmerksamkeit für die Kleinsten“. Wann der Papst seine Ankündigung umsetzen und persönlich in die Katastrophenregion kommen werde, konnte Molinari nicht sagen. „Manche reden vom 1. Mai, aber es ist noch alles zu prüfen“, so der Erzbischof. Unterdessen verfolge der Papst die Entwicklungen aus dem Vatikan.


Papst Benedikt XVI. stiftete außerdem Messgewänder, Kelche und Hostienschalen für die Gemeinden, die ihre liturgischen Geräte unter den Trümmern verloren haben. Pfarreien und Ordensgemeinschaften hätten das Kirchenoberhaupt darum gebeten, teilte der Vatikan auf Anfrage mit. Zudem habe Benedikt XVI. eine „namhafte Spende“ als Nothilfe an L’Aquilas Erzbischof Giuseppe Molinari übersandt.

Am Wochenende sollen in allen 32 Zeltstädten der Erdbebenregion um L’Aquila die traditionellen Ostergottesdienste stattfinden. Ein katholischer Regionalsender und eine Buchhandlung aus dem norditalienischen Chiavari lieferten dafür Messwein und 10.000 Hostien in die Abruzzen. Auf Initiative des Senders sollte in jedem Notlager ein Priester zur Verfügung stehen, um mit den Gläubigen die Messe zu feiern. Die Kirchen in L’Aquila und Umgebung sind entweder zerstört oder aus Sicherheitsgründen nicht benutzbar.

Unterdessen stieg die Zahl der Erdbebentoten nach offiziellen Angaben auf 291. Am Samstagvormittag wurde der Leichnam einer jungen Frau aus dem eingestürzten Studentenwohnheim von L’Aquila geborgen. Rettungskräfte setzen die Suche nach möglichen Überlebenden und weiteren Toten fort.


Laut dem Online-Nachrichtendienst „Il Sole 24 Ore“ sind in der Abruzzen-Hauptstadt 600 Carabinieri zum Schutz vor Plünderungen sowie für Wach- und Ordnungsdienste im Einsatz. Nach Angaben des staatlichen Zivilschutzes arbeiten derzeit 75 Ärzte und 311 Krankenpfleger. Für die rund 18.000 Bewohner der Zeltstädte und die übrigen Obdachlosen sind dem Online-Dienst zufolge zehn Feldküchen und 25 weitere Küchen im Einsatz.

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