Das Krisenzentrum des Auswärtigen Amtes stehe in engem Kontakt mit dem Reiseverband und beobachte die Lage genau. Alle Auslandsvertretungen seien angewiesen worden, der konsularischen Betreuung gestrandeter Deutscher höchste Priorität einzuräumen.

Von dem Flugverbot über Deutschland waren am Wochenende allein rund 150.000 deutsche Pauschalurlauber betroffen. Für Zehntausende von ihren, die wegen der europaweiten Aschewolke aus dem isländischen Vulkan nicht nach Hause kommen, dürfte der Zwangsurlaub allmählich immer teurer werden: Ihnen wird nicht nur das Gehalt für die Fehltage gekürzt oder mit noch offenem Urlaub verrechnet.

Viele von ihnen müssen ab Sonntag- oder Montagabend auch noch für Hotelübernachtungen zahlen und zusätzliche Kosten für die Rückreise befürchten. Der Grund: Immer mehr Veranstalter kündigen nun die Reiseverträge mit ihren Gästen.

Zahlen, wie viele ihrer Kunden weltweit gestrandet sind, nennen die Veranstalter nicht. Deutschlands größter, die TUI, hat ihrem Sprecher zufolge Gäste in einem deutlichen fünfstelligen Bereich, deren Übernachtungskosten der Konzern noch bis Montag übernimmt. Andere Veranstalter zahlen nur noch bis Sonntagabend.

Der größte Teil der Urlauber steckt nach Angaben des Deutschen Reiseverbands (DRV) in den klassischen Frühjahrszielen fest, beispielsweise auf der Ferieninsel Mallorca und dem türkischen Badeort Antalya. TUI, das weltweit rund 100 Reiseziele anbietet, nennt zudem noch die Kanaren und Ägypten.

Alle Pauschalreisende, deren Verträge von den Veranstaltern gekündigt werden, haben zwar weiterhin Anspruch auf einen Rückflug in die Heimat. Doch für die zusätzlichen Kosten, die dabei etwa für Umbuchungen oder Fahrten zu entfernten Flughäfen entstehen, müssen die Urlauber laut Gesetz zur Hälfte selbst aufkommen.

Glück im Unglück haben bislang TUI-Kunden, die der Konzern in einer einzigartigen europaweiten Aktion seit Sonntag kostenlos nach Hause holt. Wo immer möglich werden dazu Urlauber mit Flugzeugen oder Fähren zunächst aufs südeuropäische Festland geholt. Von dort geht es dann mit Bussen nonstop weiter nach Deutschland. Möglich wird dies durch den Einsatz mehrerer Fahrer pro Bus, die sich unterwegs abwechseln.

Schwerpunkt der Aktion war zunächst Mallorca, wo am Wochenende 2800 TUI-Gäste festsaßen. Von dort wurden 540 Urlauber nach Barcelona geflogen und am Sonntag in einen Buskonvoi gesetzt, der Montagfrüh in Frankfurt ankommen sollte. Alle Reisende sollten dort ein Erste-Klasse-Ticket für die Heimreise mit der Bahn in die Hand gedrückt bekommen.

dpa/Reuters/cor