Bei vielen ihrer Fans gilt Schauspielerin Jana Pallaske als die Prinzessin des deutschen Independent-Films, sie war aber auch in TV-Serien wie „Die Cleveren“, „Maja“ oder im „Tatort“ zu sehen. Für die Weltpremiere ihres neuesten Films „Phantomschmerz“ mit Til Schweiger Montagabend im Berliner Cinestar (Kulturbrauerei) an der Schönhauser Allee flog die 29-Jährige aus Los Angeles in ihre Heimatstadt.
Was macht sie in L.A.? Jana Pallaske, die wir vor ihrem Abflug in Amerika am Telefon erreichten, sagte überschwänglich: „Ich lebe! Und liebe. Und schaue immer wieder gespannt, was das Leben mit mir anstellt, wenn ich loslasse und meinem Bauchgefühl folge.“ Seit sechs Monaten ist sie in einen Amerikaner verliebt, mehr möchte sie zu ihrem Boyfriend (noch) nicht sagen.
Sie sei dankbar, dass sie einige Monate des Jahres in Amerika (oder in einem anderen Land) leben kann. „Diese Natur hier, die Bäume, das Licht, die Brise vom Meer, die Weite verzaubern mich immer wieder sofort. Sobald ich nach Kalifornien komme, fühl ich mich immer wie verknallt, fliege durch die Straßen, bin ich frei, aber nicht rastlos. Hier treffe ich neue Menschen, die mich inspirieren, wir besprechen und planen Projekte, filmische wie auch musikalische. Ich spiele Gitarre und schreibe Texte.“ In Schweden, Rumänien und Frankreich gebe es außerdem Filmpläne. „Europa ist natürlich wichtig.“ Was Berlin betrifft, ist sich Jana Pallaske sicher: „Das ist mein Heimathafen, meine Familie lebt hier und Freunde.“
Mit Filmpartner Til Schweiger hat sie bereits in „Männerherzen“ vor der Kamera gestanden; in „Phantomschmerz“ verkörpert er „Marc“, einen Frauenhelden und Radrennfahrer, der keine Verantwortung übernehmen will. Erst nach einem schweren Verkehrsunfall, bei dem er sein linkes Bein verliert, muss er sein Leben neu ordnen. Seine große Liebe Nika (Pallaske) steht zu ihm.
Auch Til Schweigers zwölfjährige Tochter Luna spielt mit, ging aber nicht über den roten Teppich. Til Schweiger: „Das hätte weder ihre Mutter noch ich als ihr Vater gewollt.“ Nach der Vorführung des Films erlaubte er ihr aber, zum Schlussapplaus mit auf die Bühne zu kommen. „Am Set waren wir nur zwei Darsteller, die Vater und Tochter spielen.“ Das Drehbuch von Regisseur Matthias Emcke hat übrigens ein reales Vorbild: Sein kanadischer Freund Stephen Summer verlor 2004 bei einem Unfall sein linkes Bein.
Summer kam am Montag ebenfalls zur Premiere nach Berlin, schwärmte von der Filmcrew. Außerdem dabei: die Schauspieler Hannah Herzsprung und Thomas Kretschmann. Er war aus den USA angereist. Am Montag erneut an seiner Seite zu sehen: Model Shermine Sharivar. Beide seien nur gute Freunde, war am Rande des roten Teppichs zu hören. Der Abend klang mit einer Aftershow-Party im Soda-Club (Kulturbrauerei-Gelände) aus.
Über Til Schweiger sagt Jana Pallaske: „Til ist ein Macher. Er hat ein großes Herz und versucht, die Leute zu unterstützen. Und er ist immer ehrlich! Wenn er was gut findet, sagt er es, wenn er was sch… findet, aber auch. Ich schätze das. Was mich nämlich an Menschen sonst besonders nervt, ist, wenn man nie weiß, was sie wirklich denken.“
Wie Schweiger hatte auch Jana Pallaske das große Glück, mit Star-Regisseur Quentin Tarantino für dessen Film „Inglourious Basterds“ zu arbeiten, der in Englisch, Deutsch und Französisch gedreht wurde. „Ein großartiger Regisseur und wahnsinnig höflich. Tarantino ist unfassbar visionär. Es war für mich eine große Ehre, mit ihm zu arbeiten. Ich liebe aber auch Regisseure wie Wim Wenders, Fatih Akin, Nicolette Krebitz, David Lynch. Und freue mich jetzt schon auf die Zusammenarbeit mit ganz jungen Regisseuren, die mit mir ihren Erstlingsfilm drehen wollen.“
In drehfreien Zeiten reist Jana Pallaske mit Vorliebe allein. „Um mit allen Sinnen die Umgebung völlig frei aufnehmen und im Leben aufgehen zu können. Andernteils bin ich auch wahnsinnig gern mit Menschen zusammen.“
Was sie auf die Palme bringt: „Wenn jemand auf Kosten anderer lebt, wenn ein Mensch total ignoriert, was in dem anderen vorgeht. Wenn sich Menschen nicht darum kümmern, ob sie andere verletzen, sich nicht melden, einfach wegrennen.“ Jana Pallaske atmet tief durch, fügt hinzu: „ Ich hasse das, das hat mich in meinem Leben schon oft verletzt.“
Wie sieht sich Jana Pallaske viele Jahre später? „Ich möchte eine große Familie haben, könnte mir auch vorstellen, Kinder zu adoptieren. Ich sehe mich in einem Haus mit großem Garten sitzen, um mich herum liebe Menschen.“
Internet:










