Die Kinder wurden nach Berichten italienischer Zeitungen im Kanalsystem und in den unterirdischen Gängen am Bahnhof Ostiense aufgespürt, einem der drei großen Bahnhöfe der italienischen Hauptstadt. Dort hatten sie nach Angaben von Sozialarbeitern bereits fünf Tage verbracht, als sie entdeckt wurden. Einige von ihren waren körperlich deutlich geschwächt. Der Zeitung „La Repubblica“ zufolge schliefen die Kinder unter Pappen und schmutzigen Tüchern in ihrem Versteck. Vermutlich seien sie über die Türkei und Griechenland nach Italien gekommen.

Der Chef der römischen Bahnpolizei, Carlo Casini, äußerte sich am Sonntag schockiert über das Schicksal der Minderjährigen. Diese Kinder hätten wohl Fürchterliches mitgemacht, bis sie nach Italien kamen, sagte Casini, der die Sozialdienste alarmiert hatte. Keines der Kinder spricht Italienisch, keines konnte genau sagen, woher es kam, oder konnte auch nur sein genaues Alter angeben, wie Sozialarbeiter berichteten. Die Kinder hätten allerdings gesagt, sie hofften zu Verwandten nach Nordeuropa weiterreisen zu können.

Außer den Minderjährigen entdeckte die Bahnpolizei bei einem Sondereinsatz an dem Bahnhof auch fast hundert weitere illegale Einwanderer aus verschiedenen Nationen. Nach einem Bericht des italienischen Fernsehsenders Sat 2000 hatte sich unter den Flüchtlingen eine regelrechte Hierarchie entwickelt. Demnach waren Indern und Pakistanern die sichersten Schlafplätze vorbehalten, Iraner oder Afghanen hingegen hätten bis ins Kanalisationssystem nach einem ruhigen Platz für die Nacht suchen müssen.

Roms Bürgermeister Gianni Alemanno sagte in einem Fernsehinterview, der Vorfall sei eine Schande für die Stadt. „Die Zahl minderjähriger Afghanen steigt in Rom ständig an“, sagte Valerio Neri von der Hilfsorganisation „Save the Children“ in Italien. 2004 seien in Rom 32 Kinder und Jugendliche aus Afghanistan entdeckt worden, 2007 bereits 264.

In Pakistan entdeckte die Polizei am Wochenende Dutzende tote Flüchtlinge in einem Schiffscontainer. Insgesamt befanden sich mehr als 100 Menschen in dem Metallcontainer auf einem Lastwagen, den Beamte am Samstag nach einem Hinweis kontrollierten. Die Angaben zur Zahl der Toten variierte in den Nachrichtenagenturen zwischen 46 und 62. Viele der Überlebenden waren bewusstlos und wurden ins Krankenhaus gebracht, teilte die Polizei in der Stadt Quetta mitteilte.

Der Verwesungsgeruch im Inneren des zwölf Meter langen Containers deute darauf hin, dass einige der Opfer schon vor mehreren Tagen erstickt seien, sagte der Polizeisprecher weiter. Bei den Flüchtlingen handle es sich überwiegend um Afghanen.

Der Container war den Angaben zufolge auf dem Weg von Afghanistan über Pakistan in den Iran. Die Flüchtlinge wollten aber vermutlich nach Europa oder in die reichen Golfstaaten

AFP/ap/RO