Verbrechen

Lebenslange Haft für "Internet-Mörder"

Im Prozess gegen den sogenannten „Internet-Mörder" aus Hamburg hat das Essener Landgerichteine lebenslange Haftstrafe verhängt. Die Richter waren davon überzeugt, dass der Mann im Juni 2008 in Marl eine 39-jährige Frau heimtückisch ermordet hat, die er zuvor im Internet-Chat kennengelernt hatte.

Die Staatsanwaltschaft hatte den Mann außerdem wegen Mordes an einer 26-jährigen Chat-Bekanntschaft in Stade angeklagt. Da die Leiche dieser Frau jedoch Mitte Juni 2008 in stark verwesten Zustand gefunden worden war, konnten die Richter in diesem Fall keine sicheren Feststellungen zur Todesursache treffen.

Während des Prozesses war bekanntgeworden, dass der Angeklagte in den vergangenen Jahren Internet-Kontakte zu über 300 Frauen geknüpft hatte. Mit rund der Hälfte hatte er sich eigenen Angaben zufolge auch real getroffen. Im Falle der 39-jährigen Marlerin hatte sich der Angeklagte mit der dreifachen Mutter am 18. Juni 2008 verabredet, wenige Tage, nachdem er sie im Internet kennengelernt hatte. Während des Besuches sei es zunächst zu einvernehmlichen sexuellen Kontakten gekommen. Aus irgend einem Grund habe der Hamburger dann jedoch beschlossen, die Frau zu töten. Während eines gemeinsamen Spaziergangs habe er sie plötzlich und völlig überraschend mit einem Messer attackiert und niedergestochen. Die 39-Jährige starb an innerem Verbluten.


Bereits am 5. Juni hatte der Angeklagte zuvor die 26-Jährige in Stade getroffen. „Sicher ist, dass die Frau wenig später infolge einer Gewaltanwendung des Angeklagten gestorben ist“, hieß es in der Urteilsbegründung. Immerhin habe der Angeklagte selbst zugegeben, der Frau während eines Streits einmal heftig an den Hals gefasst zu haben. Weil sichere Feststellungen zur Todesursache fehlen, gehen die Richter davon aus, dass die 26-Jährige infolge einer unbeabsichtigten Nervenreizung am Kehlkopf starb.

Dieser Fall wurde von dem Gericht daher nur als Körperverletzung gewertet. Staatsanwaltschaft und Nebenklage-Vertreter hatten für den Angeklagten lebenslange Haft wegen Doppelmordes beantragt.

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