Frankfurt

Unbekannter schießt Anwalt in die Beine

Zum zweiten Mal ist in Frankfurt innerhalb von wenigen Tagen gezielt auf einen Menschen geschossen worden. Ein unbekannter Mann hat einem Rechtsanwalt auf der Straße ins Bein geschossen. Erst wenige Tage ist es her, dass ein Unbekannter eine Frau vor die Haustür lockte und ebenfalls ins Bein schoss.

Foto: ddp / ddp/DDP

Ein unbekannter Mann hat in Frankfurt einem Rechtsanwalt auf der Straße ins Bein geschossen.

Der 45-Jährige wurde mit einem Durchschuss in ein Krankenhaus gebracht und musste operiert werden, wie Polizei und Staatsanwaltschaft berichteten.

Der Rechtsanwalt war aus seinem Haus in einer Reihenhaussiedlung gekommen und ein Stück den Gehweg zu seinem geparkten Auto hinunter gelaufen, um zur Arbeit zu fahren, wie die Polizei berichtete. Als er die Fahrertür geöffnet hatte und gerade einsteigen wollte, wurde er aus weniger als fünf Metern Distanz angeschossen.

Der Täter und seine Waffe blieben zunächst verschwunden. Der Mann hatte in einem Wohngebiet ohne Vorwarnung auf sein Opfer gefeuert. Am Tatort fanden die Ermittler eine Patronenhülse.

Ein anderer ebenfalls noch nicht ermittelter Mann hatte vor rund zehn Tagen in Frankfurt-Bornheim eine 39 Jahre alte Frau unter einem Vorwand auf die Straße gelockt und mit je einem Schuss in jedes Bein verletzt.

Der Täter hatte an der Tür des Mehrfamilienhauses geklingelt und sein Opfer – eine Mutter zweier Jungen – auf Türkisch über die Sprechanlage aufgefordert, nach draußen zu kommen, wo er sofort schoss und dann flüchtete. Das Motiv und der Täter waren noch völlig unklar, wie Polizei und Staatsanwaltschaft berichteten.

Auch in diesem Fall blieben die Hintergründe der Tat unklar. Eine erste Vernehmung des verletzten Wirtschafts-Strafrechtlers ergab keine Hinweise auf ein mögliches Motiv oder einen Täter. „Er hat zum Hintergrund noch nichts beitragen können“, sagte Oberstaatsanwältin Doris Möller-Scheu.

Der etwa 1,75 Meter große Täter soll einem Zeugen zufolge eine grüne Bomberjacke sowie eine Wollmütze getragen haben und vermutlich aus Osteuropa stammen. Nach Informationen von Hitradio FFH war der Angreifer vermummt. Die Fahndung, bei der auch ein Polizeihubschrauber eingesetzt wurde, verlief zunächst ohne Erfolg.

Mit den Angriffen auf den Anwalt und die Türkin ist im Rhein-Main- Gebiet in den ersten Wochen 2010 schon mindestens fünfmal auf Menschen geschossen worden – darunter dreimal von Polizisten.

Zwei Beamte hatten Ende Januar im Hof eines Frankfurter Krankenhauses einen 28 Jahre alten Angreifer erschossen. Der Mann hatte zunächst eine 38 Jahre alte Bekannte und dann die Polizisten mit einem Messer angegriffen. „Wir ermitteln, geben aber keine Zwischenstände bekannt“, sagte Möller-Scheu.

Mit einem gezielten Schuss ins Bein hatte ein Polizist in Darmstadt am selben Tage einen 48 Jahre alten bewaffneten Angreifer in seiner Wohnung kampfunfähig gemacht.

Mitte Januar hatte die Polizei mit drei Schüssen in der Rüsselsheimer Innenstadt einen Bankräuber auf der Flucht gestoppt. Der 39-Jährige wurde am Bein und an der Schulter verletzt und hatte bei der Festnahme die Beute von mehreren tausend Euro bei sich. Er hatte zuvor die Beamten mit einer Waffe bedroht.