Gefunden wurde der Tote auf einer öffentlich zugänglichen Besuchertoilette des Virchow-Klinikums der Berliner Charité. Warum der Tote nicht früher auffiel und woran er starb, war zunächst unklar. Eigentlich sollten die Toiletten nach Angaben der zuständigen Reinigungsfirma sieben Mal die Woche gereinigt werden, schreibt die „ Berliner Morgenpost “ über den Fall. Nach einem Bericht des Blattes war der Mann 29 Jahre alt und stammte aus Dresden. Die Klinikleitung bestätigte dies.

Das Klinikpersonal habe die Polizei wegen des strengen Geruchs alarmiert, der von der Toilette her kam. Nach bisherigen Ermittlungen bestehe jedoch kein Verdacht auf ein Verbrechen, sagte eine Polizeisprecherin. Möglicherweise handelt es sich bei dem Toten um einen Drogenabhängigen. Ein Hinweis darauf gibt ein Spritzbesteck, das bei der Leiche gefunden wurde.

Fest steht nur, dass die Leiche am Mittwochvormittag in einer Behindertentoilette des Krankenhauses entdeckt wurde. Am Tag der Untersuchung in der Notaufnahme sei der Patient ansprechbar gewesen und sein Kreislauf stabil, „nur in etwas agitiertem Zustand“, hieß es.

Der Mann habe sich gegen den Transport in die Notaufnahme gewehrt und nach der Ankunft dort eine weitere Behandlung abgelehnt. „Nach etwa zehn Minuten Aufenthalt verließ er selbstständig die Innere Notaufnahme“, erklärte die Klinik weiter. „Da eine akute Vitalgefährdung zu diesem Zeitpunkt sicher auszuschließen und die Geschäftsfähigkeit ausreichend gegeben war, wurde keine polizeiliche Suche veranlasst.“

Der Leichnam zeigte allerdings bereits Anzeichen von Verwesung. Nach dem Fund regten die Ermittler eine Obduktion an. Bislang sei die Obduktion jedoch noch nicht angeordnet worden, sagte die Polizeisprecherin.

Ende Dezember war in Thüringen ein ähnlicher Fall bekannt geworden. Kurz vor Silvester wurde in dem Sophien- und Hufelandklinikum in Weimar eine 20-Jährige gefunden, die ebenfalls tagelang unbemerkt tot in einer Toilette gelegen hatte.

dpa/AP/kami