Hessen

Immer mehr Täter sind psychisch auffällig

Polizisten sind bei Einsätzen nach Darstellung der Deutschen Polizeigewerkschaft immer häufiger mit psychisch auffälligen Tätern konfrontiert. Beamte würden bei Einsätzen gezielt provoziert und angegriffen, zum Teil werden auch Filmszenen nachgestellt. Solche Täter agieren wie unter Drogen.

Foto: dpa

Polizisten in Hessen haben es immer häufiger mit psychisch Auffälligen Tätern zu tun.

"Viele sind auf eine abgedrehte Art aggressiv“, sagte der hessische Landeschef der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) Heini Schmitt in Frankfurt.

Beamte würden bei Einsätzen gezielt provoziert und angegriffen, zum Teil auch Filmszenen nachgestellt. „Da ist einer mal maskiert, und einer springt plötzlich vom Dach vor die Schutzleute“, sagte Schmitt. Viele dieser Täter wirkten „wie massiv unter Drogen“.

Zwar schossen Polizisten binnen 24 Stunden zwei Menschen an, einer davon starb. „Aber es gibt ganz viele Situationen, wo die Kollegen selbst in Bedrohungssituationen nicht schießen, auch wenn sie schon den Finger am Abzug haben“, betonte Schmitt.

Bei dem Einsatz in Darmstadt, bei dem Polizisten einen 48 Jahre alten bewaffneten Angreifer mit einem Schuss ins Bein stoppten, hätten sich die Beamten wie im Schulbuch verhalten, sagte Schmitt. „Besser konnten sie sich gar nicht verhalten.“ Der Täter habe zunächst die Feuerwehrleute und dann die Polizisten mit einem Messer angegriffen. Außerdem habe er weder auf die Aufforderung, dieses wegzulegen reagiert, noch auf den Einsatz von Pfefferspray.

Einzelheiten zum Frankfurter Fall waren Schmitt nicht bekannt. Dabei erschossen zwei Polizisten einen 28-Jährigen, der sie mit einem Messer bedroht hatte. Der Mann hatte die Beamten mit einem Kneipchen attackiert. Die Größe des Messers spiele keine Rolle, sagte Schmitt. „Wenn man das will, kann man jemandem auch mit einer Rasierklinge in der Hand die Halsschlagader durchtrennen.“ Außerdem sei es zur Tatzeit am frühen Morgen noch dunkel gewesen.