Dabei sollten sie authentisch bleiben und nichts Unhaltbares versprechen, sagt Ria Uhle, Psychologin und Referentin für Gewaltprävention und Krisenintervention bei der Senatsverwaltung für Bildung.Doch was verkraften Kinder in welchem Alter? Tipps der Expertin:
Sechsjährige sind mit der Bilderflut und Wiederholungen einzelner Szenen überfordert. Eltern sollten deshalb den TV-Konsum kontrollieren und die Lage in einfachen Worten zusammenfassen. Zum Beispiel: "Da ist ein Junge in die Schule gegangen und hat Leute totgeschossen." Wichtig ist, bei der Wahrheit zu bleiben. Man kann dem Kind aber sagen, dass es keine Angst vor Gleichaltrigen haben muss. Die Eltern sollten zur eigenen Betroffenheit stehen und das Kind in den Arm nehmen. Sie sollten zeigen, dass alles getan wird, um die Schule so sicher wie möglich zu machen. Dann macht es Sinn, das Kind altersangemessen abzulenken mit dem Hinweis, dass man es ihm erzählt, wenn es etwas Neues gibt.
Zehnjährige sind schon zu komplexerer Informationsverarbeitung fähig. Hier sind Gleichaltrige und Lehrer wichtig. Eltern können ihre Kinder fragen, worüber sie sich mit ihren Freunden austauschen, wie sie untereinander über die Tat reden. Die Eltern sollten eigene Betroffenheit zeigen und beim Namen nennen, was passiert ist. Die Ängste und Fragen der Kinder müssten ernst genommen werden. TV-Berichte sollten gemeinsam angeschaut werden. Es bestehe die Chance, über das zu sprechen, was die Kinder am Computer machen, im Fernsehen oder auf dem Handy sehen. Dabei brechen Themen auf, die sonst nicht so präsent sind, wie das Thema Tod. Wichtig ist auch, zu zeigen, dass man sich mit anderen Eltern und Lehrern kurzschließt, sich schützend vor die Kinder stellt und Verantwortung für das, was in der Schule passiert, übernimmt.
14-Jährige betrachten Eltern nicht mehr unbedingt als ersten Ansprechpartner, sondern ihre Peergroups. Eltern sollten dennoch Gesprächsangebote machen. Wenn es geht, ist ein Gespräch über Computerkonsum und Freizeit gut. Es sollte darüber gesprochen werden, welche Themen den Jugendlichen gerade wichtig sind. Eltern sollten darauf achten, nicht eigene Ängste auf ihre Kinder zu projizieren.
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