Eine Frau aus dem US-Staat Missouri, die sich in einem Internetforum als Junge ausgegeben und online ein Mädchen drangsaliert haben soll, muss sich vor Gericht verantworten. Das junge Mädchen beging Selbstmord. Wie die „New York Times“ berichtete, plädierte die 49-jährige Frau auf die Vorwürfe des Internet-Betrugs und der Zufügung von Kummer mit „nicht schuldig“.
Die Frau soll im Herbst 2006 mit dem erfunden Profil eines Jungen namens Josh ein 13-jähriges Mädchen in ihrer Nachbarschaft kontaktiert haben. Durch Online-Mobbing habe sie den Teenager dann unter Druck gesetzt, so der Vorwurf. Das Mädchen, das früher mit der Tochter der Angeklagten befreundet war, fiel in Depressionen und nahm sich im Elternhaus das Leben.
Der 16-jährige imaginäre Josh hatte zunächst mit dem Mädchen geflirtet, dann aber abrupt die virtuelle Beziehung abgebrochen. In seiner letzten Botschaft an die 13-Jährige hieß es, „die Welt wäre ein besserer Ort“ ohne sie. Noch am selben Tag erhängte sich das Mädchen in seinem Zimmer.
Der Prozess findet in Kalifornien statt, wo die Internet-Plattform MySpace ihren Geschäftssitz hat. Gegen eine Kaution von 20.000 Dollar ist die Frau auf freiem Fuß. Die Verhandlung soll Ende Juli beginnen. Bei einer Verurteilung drohen der Angeklagten bis zu 20 Jahre Haft.
dpa/cor

