Neue Kältewelle

So wird das Wetter zum Jahreswechsel

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Das alte Jahr verabschiedet sich mit ungemütlichem Wetter: Während im Norden Neuschnee erwartet wird, gibt es im Süden Dauerregen. 2010 startet zudem mit einer neuen Kältewelle. Wie das Wetter in Berlin und Brandenburg wird.

Über Deutschland braut sich eine brisante Wettermischung aus Schnee, Eis und Regen zusammen. Kalte Polarluft aus dem Norden und milde Luft aus Westen und Süden treffen aufeinander. Der Jahreswechsel fällt deshalb im Norden winterlich mit bis zu 30 Zentimeter Neuschnee aus, im Süden lässt Dauerregen die Flüsse anschwellen.

Berlin und Brandenburg werden zu Silvester und Neujahr voraussichtlich mit einer Schneedecke überzogen sein. Bereits in der Nacht zum Mittwoch könnten bis zu fünf Zentimeter Schnee fallen, sagte Gregor Neubarth vom privaten Wetterdienst MeteoGroup Deutschland. Bei Temperaturen um die null Grad dürfte davon wieder etwas wegschmelzen, aber in der Nacht zum Donnerstag gebe es bei minus drei Grad wieder Schnee-Nachschub, prognostizierte der Meteorologe.

Auch in der Silvesternacht ist nach Angaben von Neubarth mit einem Flockenwirbel zu rechnen, so dass der Neujahrsspaziergang tatsächlich durch verschneite Wälder führen kann. Die Temperaturen bewegten sich wiederum zwischen minus eins und null Grad. Anschließend sei jedoch in den ersten Januartagen ein Kälteeinbruch in Sicht. Bei allem gebe es jedoch noch einen Unsicherheitsfaktor, sagte Neubarth. Wenn sich die Luftmassengrenze auch nur wenig verschiebe, könne die Region Berlin-Brandenburg den Schnee betreffend doch noch leer ausgehen.

Doch dort, wo in Deutschland kalte und milde Luft aufeinandertreffen, kann es Eisregen oder Glatteis geben. Wo genau die Luftmassengrenze verläuft, könne nicht vorhergesagt werden, sagte Meteorologe Stefan Külzer vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach.

Am Wochenende sei der Spuk aber vorbei, dann gewinnt wieder strenger Frost in ganz Deutschland die Oberhand. Verantwortlich für die Turbulenzen ist Tief „Angelos“, das am Dienstag noch über Irland lag, bis zum Freitag Deutschland überquert und milde Luft mitbringt. Die Polarluft wird dadurch etwas nach Norden abgedrängt, und über Norddeutschland formiert sich die Luftmassengrenze.

Südlich davon gibt es bei Temperaturen von fünf bis zehn Grad über null kräftige Regenfälle. Vor allem im Schwarzwald und im Allgäu erwarten die Meteorologen ergiebigen Regen. Gleichzeitig setzt Tauwetter ein und lässt den Schnee bis in Höhen von 2000 Metern schmelzen, so dass an den Flüssen im Süddeutschland Hochwassergefahr besteht.

Direkt an der Luftmassengrenze fallen bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt die Niederschläge als Schneeregen, gefrierender Regen oder Schnee. Auf den Straßen kann sich gefährliches Glatteis bilden.

Nördlich der Luftmassengrenze schneit es bei Temperaturen um null Grad ebenso heftig wie es im Süden regnet. „Bis Freitag können durchaus örtlich 30 Zentimeter zusammenkommen“, sagte Meteorologe Külzer. Zum Wochenende sei im Norden mit Schneeverwehungen zu rechnen.

Am ersten Wochenende des neuen Jahres beruhigt sich das Wetter zwar wieder, aber die Temperaturen sacken wieder tief unter den Gefrierpunkt. Nachts könnten Werte bis minus 15 Grad erreicht werden.

Für die Autofahrer keine gute Nachricht: Wegen der Rückreisewelle wird es nach Einschätzung des ADAC ohnehin am Wochenende nach Neujahr eng auf viele Fernstraßen. „Viele Weihnachtsurlauber werden an diesen beiden Tagen nach Hause fahren, da im Lauf der darauffolgenden Woche in 13 Bundesländern die Schule wieder beginnt“, teilte der ADAC am Montag in München mit.

Auf nahezu allen deutschen Autobahnen ist dann mit Staus und Behinderungen zu rechnen. Vor allem auf den Strecken aus den Skigebieten dürfte es langsam vorangehen. Eng werde es auch auf der Tauern-, Inntal- und Brennerautobahn sowie in Italien im Puster-, Grödner- und Gadertal. Zu Silvester und Neujahr selbst erwartet der ADAC kaum Staus.

( dpa/kami )