Das Winterwetter mit Nachtfrösten teilweise bis minus 20 Grad Celsius dauert an. „Es bleibt weiterhin für die Jahreszeit zu kalt“, sagte Meteorologe Christian Herold vom Deutschen Wettdienst in Offenbach. Tief „Daisy“ bildete sich über dem Mittelmeer und zieht Richtung Nordosten über Österreich und Tschechien nach Polen.
Am Freitag beginnt es in Deutschland zu schneien. Wie viel Schnee wo fällt, konnten die Meteorologen nicht präzise vorhersagen. „Von zehn bis 40 Zentimeter ist alles möglich“, sagte Christian Herold vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach. Entscheidend sei „Daisys“ Zugbahn: „Je weiter westlich, desto mehr Schnee.“
Im Süden und im Osten Deutschlands erwarten die Meteorologen ergiebige Schneefälle. Ausgelöst werden sie durch die relativ milde Mittelmeerluft, die über die in Deutschland herrschende Kaltluft gleitet. Am Boden bleibt es bei frostigen Temperaturen, die nachts auch zweistellig ausfallen könne. Am Mittwoch steigt das Thermometer in der Mitte Deutschlands und im Nordosten auch tagsüber kaum über minus zehn Grad, sonst liegen die Tagestemperaturen bei minus zwei bis minus acht Grad.
Es ist schon die zweite Kältewelle dieses Winters: Wenige Tage vor Weihnachten hatte schon einmal der Frost Deutschland im Griff. Damals waren die Temperaturen mancherorts auf neue Minus-Rekorde gesunken.
Der Norden leidet besonders
Die anhaltende Kälte sorgt inzwischen auch für Behinderungen im Schiffsverkehr. Aufgrund starker Eisbildung wurde die Sperrung des Elbe-Lübeck-Kanals ausgeweitet. Die Schifffahrtsstraße ist auf einer Strecke von 50 Kilometern zwischen Büssau und Witzeeze für den gesamten Schiffsverkehr gesperrt, wie das Wasser- und Schifffahrtsamt Lauenburg mitteilte. Die Eisdicke beträgt dort mittlerweile zehn Zentimeter.
Zwar gebe es auf der Elbe derzeit „insgesamt noch keine Probleme“, sagte die Leiterin des Wasser- und Schifffahrtsamtes Lauenburg, Bettina Kalytta. Dennoch seien am Morgen bereits Eisbrecher im Einsatz gewesen, um die Schleuse Geesthacht sowie die Häfen Tießau und Bleckede eisfrei zu halten.
Deutschlands größter Seehafen Hamburg und der Kieler Hafen sind dagegen trotz anhaltender Minusgrade noch eisfrei. Die Lage sei derzeit ruhig und entspannt, sagte eine Sprecherin der Hamburg Port Authority (HPA). Der Schiffsverkehr laufe ohne Probleme. Sollte es dauerhaft kalt bleiben, werde in der kommenden Woche mit dem Eisbrechen begonnen, sagte die Sprecherin. Einsätze dieser Art seien jedoch eher selten für den Tidehafen.
Anfang 2009 hatten die HPA-Eisbrecher nach vielen Jahren erstmals wieder im Hamburger Hafen gebrochen. Damals waren über zwei Wochen 24 Stunden täglich bis zu acht Schiffe im Einsatz, weil sich Eisschichten zwischen fünf und zehn Zentimeter gebildet und Schollen übereinander geschoben hatten. In weniger stark befahrenen Hafenbecken war die Schicht sogar bis zu 20 Zentimeter dick.
Nach Angaben der HPA-Sprecherin ist in den kommenden Tagen die Lage an der Oberelbe auch für den Hamburger Hafen wichtig. Im Januar 2009 hatten sich in Geesthacht unterhalb des dortigen Wehres Eisschollen bis auf zweieinhalb Meter getürmt, so dass zeitweise die Gefahr eines Hochwassers bestand. Die Eisbrecher konnten die Situation damals jedoch klären.
dpa/ddp/kami




