Die Zahl der Kleinkinder in China, die infolge des Skandals um verseuchte Milchprodukte ins Krankenhaus kamen, ist nach offiziellen Angaben deutlich höher als bisher bekannt. Insgesamt seien knapp 47.000 Kinder in Hospitälern behandelt worden, weil sie mit der Chemikalie Melamin verunreinigte Milchprodukte zu sich genommen hätten, teilte das Gesundheitsministerium in Peking mit. Örtlichen Medienberichten zufolge sind landesweit bislang fast 94.000 Kinder erkrankt.
Am 22. September hatte das Ministerium bekannt gegeben, es seien 14.471 Kleinkinder ins Krankenhaus gebracht worden. Die Chemikalie hatte bei den Kindern Nierensteine und andere Gesundheitsprobleme verursacht. Nach bisherigen Angaben starben vier Kleinkinder durch die verunreinigten Produkte.
Den neuen Angaben zufolge befinden sich im Moment noch immer 10.666 Kleinkinder in stationärer Behandlung, 36.144 weitere wurden inzwischen aus den Krankenhäusern entlassen.
Allerdings erkranken nach wie vor Hunderte Kinder an vergifteter Milch. Wie das Gesundheitsministerium mitteilte, wurden allein am Mittwoch 530 Kinder neu in Krankenhäuser eingeliefert.
Zudem wurden Tausende Kinder wegen der Aufnahme verunreinigter Milchprodukte behandelt, ohne ins Krankenhaus eingeliefert zu werden. Es lägen jedoch keine aktuellen Zahlen vor, wie viele erkrankte Kinder nicht in Krankenhäusern behandelt worden seien, erklärte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums. Im vergangenen September war die Gesamtzahl der erkrankten Kinder mit 53.000 angegeben worden.
In China waren Milch und Milchprodukte offenbar flächendeckend mit der gefährlichen Industriechemikalie Melamin versetzt worden, um einen höheren Proteingehalt vorzutäuschen. Zunächst war die Substanz in Babymilchpulver entdeckt worden, später aber auch in Frischmilch, Joghurt, Süßigkeiten und anderen Produkten.
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AFP/reuters/kami




