Der künftige US-Präsident Barack Obama hat einen Teil seiner letzten Familienferien vor dem Amtsantritt ohne Strom verbracht: In der Nacht zu Samstag fiel auf der Hauptinsel Hawaiis die Elektrizität aus und tauchte das Eiland Oahu mitsamt seinem prominenten Gast stundenlang in tiefe Dunkelheit. Immerhin gehörte der 47-Jährige mit Frau Michelle, den beiden Töchtern und mitgereisten Freunden aus Chicago zu den ersten, die von der Reparatur des Stromnetzes profitierten. Nach zwölf Stunden ging am frühen Samstagmorgen in der Ferienvilla des bald mächtigsten Mannes der Welt wieder das Licht an, während die Behörden für eine vollständige Behebung des Ausfalls noch „viele Stunden“ veranschlagten.

„Die Stromversorgung wurde in dem Wohnhaus gegen 6 Uhr früh wiederhergestellt“, sagte Ben Labolt, ein Sprecher des künftigen Präsidenten. „Die Familie Obama bedankt sich für die Hilfsangebote der örtlichen Vertreter.“ Mufi Hannemann, Bürgermeister der auf Oahu gelegenen Hauptstadt Honolulu, hatte bei Obama am Abend anfragen lassen, ob Hilfe nötig sei. Er habe das Angebot mit den Worten abgelehnt, er brauche nichts, danke für das Angebot und bringe jetzt seine Kinder ins Bett.

Leben ohne Ampel

Der Strom fiel am Freitag gegen 18.30 Uhr auf der gesamten Insel aus, auf der rund 900.000 Menschen leben. Ohne Ampeln bildeten sich auf den großen Durchgangsstraßen umgehend Staus. Im Touristenzentrum Waikiki verließen zahlreiche ausländischen Gäste ihre Hotels und begaben sich auf die Suche nach Essen und Wasser. Am Flughafen der Hauptstadt wurden alle Starts nach Behördenangaben ausgesetzt. Landungen verliefen zunächst noch planmäßig. Stromausfälle sind auf Hawaii relativ häufig, wenngleich selten ein solch großes Gebiet davon betroffen ist. Nach Angaben der Behörden könnte Ursache des Vorfalls auf Oahu ein Blitzschlag gewesen sein.

Die derzeit prominentesten Touristen der Inselgruppe erregten zuletzt großes Aufsehen, als sich Obama am Freitag vor dem Stromausfall mit seinen Töchtern bei einem Bummel in einem Einkaufszentrum vergnügte. Unter den wachsamen Augen von Obamas Leibwächtern folgten Dutzende Schaulustige den dreien über den Parkplatz und bis in ein Schnellrestaurant, in dem sie Sandwiches und eine einheimische Eisspezialität bestellten. Bis dahin hatte sich die künftige Präsidentenfamilie kaum sehen lassen. Bis auf zwei Golfausflüge und den täglichen Gang ins Fitnessstudio hatte Obama seine Ferienvilla nicht verlassen.

reuters/dpa/str