Qualitätsfernsehen

Kerner spricht über den Auftritt von Reich-Ranicki

Gab es wirklich einen TV-Skandal beim Deutschen Fernsehpreis? Alles halb so wild, findet Moderator Johannes B. Kerner. Morgenpost Online sprach mit dem ZDF-Star über den Auftritt von Marcel Reich-Ranicki, warum dieser nur eine Einzelmeinung geäußert hat und warum er die Art und Weise der Kritik dennoch gut fand.

Morgenpost Online: Herr Kerner, wie haben Sie den Auftritt von Marcel Reich-Ranicki beim Deutschen Fernsehpreis erlebt?

Johannes B. Kerner: Das war ein interessanter Moment. Ich finde, Moderator Thomas Gottschalk hat das gut gelöst.

Morgenpost Online: Finden Sie, dass der Fernsehpreis der richtige Ort für die Kritik war?


Kerner: Ich habe kein Problem damit. Jeder hat das Recht, seine Meinung zu vorzutragen. Wenn er das richtige Forum findet und das so pointiert geschieht, wie bei Reich-Ranicki, dann kann er das gerne machen.


Morgenpost Online: Können Sie seine Kritik am deutschen Fernsehen verstehen?


Kerner: Das ist natürlich immer eine subjektive Geschichte. Einigen Menschen hat er mit seiner Kritik sicher aus der Seele gesprochen, andere fanden sie vielleicht überzogen. Reich-Ranicki hat eine Einzelmeinung geäußert.

Morgenpost Online: Was gefällt Ihnen denn privat im Fernsehen?

Kerner: Ich schaue natürlich gern Sportsendungen, da mich das interessiert. Aber auch Nachrichten, Unterhaltungssendungen und Talkshows. Meine eigene Show sehe ich mir nicht an. Ich schaue aber gerne, was die Anderen so machen.


Morgenpost Online: Und was gefällt Ihnen nicht?


Kerner: Sicher gibt es Sendungen, die mir nicht gefallen. Aber mich zwingt ja niemand, solche Sendungen zu schauen. Was mich nicht interessiert, das sehe ich mir auch nicht an. Ich habe da persönlich die Macht der Fernbedienung entdeckt.


Morgenpost Online: Ist der Aufruhr um die Kritik von Reich-Ranicki berechtigt?

Kerner: Ich finde, das ist ein überschaubarer Skandal. Eher ein Skandälchen. Ich glaube, wir haben zur Zeit wichtigere Themen. Zum Beispiel die Bankenkrise. Das sind Dinge, die wirklich von Bedeutung sind.

Das Gespräch führte Christian Kynast