Jetzt hat auch in Hamburg wieder ein „Brückenteufel“ sein Unwesen getrieben. Am Montagmorgen wurde ein Kleintransporter von einem Gegenstand getroffen. Laut Polizei wurde vermutlich ein Stein von einer Brücke geworfen. In den vergangenen Tagen hatte es rund um Hamburg mehrfach solche Taten gegeben.

Um kurz nach 9 Uhr hatten der Fahrer (40) und sein Mitarbeiter in einem Ford Transit die Brücke bei Billstedt in Fahrtrichtung Süden passiert. Dabei flog der Gegenstand in die Scheibe. „Es gab einen lauten Knall. Ich habe mich furchtbar erschrocken“, sagte der Fahrer. Der Stein traf die Scheibe, durchschlug sie aber nicht. Weder der Fahrer noch sein Mitarbeiter (24) wurden verletzt. Hinweise auf den Täter hat die Polizei nicht. Der Fahrer hatte niemanden auf der Brücke gesehen. Auch fuhr vor ihm kein Fahrzeug, das den Stein hoch geschleudert haben könnte. Die Polizei sperrte kurzfristig die Autobahn, um den Stein zu finden, der die Scheibe traf. Die Suche blieb erfolglos.


Erst am Sonnabendmorgen war auf der A1 bei Ahrensburg unterhalb der Wöhrendammbrücke ein VW Touran von einer Eisenstange getroffen worden. Die Fahrerin (64) und ihr Beifahrer (69) blieben unverletzt. Die Stange hatte den Kotflügel getroffen. Vier Tage vor der Tat warf bei Elmshorn ein 42-Jähriger eine Axt von einer Brücke. Das Beil durchschlug die Scheibe eines Hyundai und verfehlte den Fahrer (42) nur knapp.

Innensenator Christoph Ahlhaus hatte sich nach vergleichbaren Vorfällen für eine Nummerierung von Autobahnbrücken und deren stärkere Bestreifung durch die Polizei stark gemacht. Zumindest die Nummerierung könnte kommen. Das Bundesverkehrsministerium zeigt sich dem Vorschlag gegenüber aufgeschlossen und will ihn auf Fachebene diskutieren. Durch Nummern an Brücken soll es leichter werden, die Polizei möglichst genau über einen Vorfall zu informieren.

zv