Der wegen sexuellen Missbrauchs von drei Kindern seit Sonntag inhaftierte mutmaßliche Sextäter Petru L. leugnet die ihm vorgeworfenen Taten. Der 32-Jährige war am Sonnabend in Wedding festgenommen worden, nachdem er drei Mädchen zunächst sexuell belästigt und sich an einer Elfjährigen in einem Keller eines Mehrfamilienhauses vergangen haben soll.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wird der Vorgang als Vergewaltigung gewertet. „Konkret wird dem Verdächtigen sexuelle Nötigung und sexueller Missbrauch in besonders schwerem Fall vorgeworfen“, so Simone Herbeth, Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Der aus Rumänien stammende L. soll die drei Mädchen im Alter von acht bis zwölf Jahren gegen 16.40 Uhr auf der Sparrstraße angesprochen und für sexuelle Handlungen Geld geboten haben. Die Kinder wiesen ihn ab, woraufhin er eines Mädchen am Arm festhielt. Dieses Kind habe sich jedoch losreißen können, so Herbeth weiter.
Dann habe der 32-Jährige die Elfjährige in einen Keller gezerrt und sexuelle Handlungen vorgenommen. Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen wehrte sich das Mädchen gegen seinen Peiniger, als eine der Freundinnen der Elfjährigen zu Hilfe kam. Daraufhin ließ L. von seinem Opfer ab. Nur deshalb sei es laut Staatsanwaltschaft bei dem Übergriff wohl „nicht zum Äußersten“ gekommen. Zwei der völlig verstörten Mädchen vertrauten sich ihren Eltern an, die sofort die Polizei alarmierten.
Die Fahndung nach dem geflüchteten Täter im Bereich des Sparrplatzes wurde von einer aufgebrachten Menschenmenge massiv behindert. Die Nachricht des Kindesmissbrauchs hatte sich wie ein Lauffeuer verbreitet. „Etwa 40 Personen versuchten beim Eintreffen der Kollegen, den Triebtäter selber zu stellen“, so ein Polizeisprecher. Erst alarmierte Verstärkung, die mehrere Platzverweise verhängte, konnte die Lage beruhigen. Der tatverdächtige Petru L. konnte rasch in einer Gruppe von Straßenmusikanten ausgemacht werden. Die Opfer erkannten ihn wieder; der 32-Jährige wurde festgenommen.
L., der in Berlin ohne Wohnsitz ist, lebte seit fünf Tagen bei Landsleuten in einem Haus unweit des Tatorts - dort ist es nach Angaben eines Anwohners nicht ungewöhnlich, dass Hartz-IV-Empfänger Teile ihrer Wohnungen teuer untervermieten. Die Straßenmusiker wiesen zunächst die schweren Vorwürfe gegen ihren Bekannten zurück. Später räumten sie allerdings ein, er könne die Elfjährige möglicherweise angefasst haben – jedoch nicht mehr. Bei der Festnahme verweigerte der mutmaßliche Sexualtäter die Aussage. Vor einem Bereitschaftsrichter stritt er dann den Tatvorwurf ab.




