Geiselnahme

Rebellen entführen Flugzeug mit 90 Passagieren

Im Sudan ist ein Flugzeug mit mindestens 90 Menschen an Bord entführt worden. Widersprüchliche Angaben gab es zunächst zur Anzahl der Geiselnehmer: Laut dem Nachrichtensender Al-Arabija soll es sich um drei Mitglieder einer sudanesischen Rebellenorganisation handeln.

Der oder die Entführer brachten die Maschine nach Angaben arabischer Nachrichtensender auf einem Inlandsflug von der Stadt Njala in die Hauptstadt Khartum in seine Gewalt und verlangte von dem Piloten, er solle nach Frankreich fliegen. Die Maschine landete jedoch zunächst auf dem Flughafen Al-Kafra in Libyen, um aufzutanken. Über mögliche politische Forderungen des Entführers wurde nichts bekannt. Unter den Passagieren sollen nach inoffiziellen Angaben mindestens drei Lokalpolitiker aus der Konfliktregion Darfur sein.

Die Stadt Njala, von wo aus das Flugzeug gestartet war, liegt in Darfur, wo sich afrikanische Rebellengruppen und arabische Milizen seit Jahren blutige Kämpfe liefern. Wenige Stunden vor der Entführung hatte es bei einem Gefecht in dem Flüchtlingslager Kalma Dutzende von Toten gegeben.

Über die Zahl der Entführer und ihre Bewaffnung lagen keine konkreten Angaben vor. Laut Al-Arabija waren 87 Passagiere und acht Besatzungsmitglieder an Bord der Maschine. Von den libyschen Behörden hieß es, man habe dem Flugzeug der sudanesischen Fluggesellschaft Sun Air aus humanitären Gründung die Landung in Al-Kafra gestattet.

( dpa/AFP/AP/lw )

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