Sudan

Entführer lehnen Freilassung von Kindern ab

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Die zehn Entführer eines sudanesischen Flugzeugs lehnen jede Verhandlung sowie die Freilassung von Frauen und Kindern ab. Nach Angaben eines Sprechers gehören sie der Sudanesischen Befreiungsbewegung, einer Rebellengruppe aus Darfur, an. Zielort der Entführung ist offenbar Paris.

Die Entführer eines sudanesischen Flugzeugs haben in der Nacht zum Mittwoch die Forderung nach Freilassung aller Frauen und Kinder an Bord abgelehnt. Sie verlangen, die in Libyen gelandete Maschine aufzutanken. Verhandlungen lehnten sie ab, wie ein Sprecher des libyschen Flughafens Kufra mitteilte.

Die zehn Flugzeugentführer wollen den Angaben zufolge nach Frankreich geflogen werden. Sie gehörten der Sudanesischen Befreiungsbewegung (SLM) unter Führung von Abdul Wahid Nur an, sagte der Flughafensprecher. Offenbar wollten sie mit der entführten Maschine nach Paris fliegen, wo SLA-Chef Abdel Wahid Mohammed Nur lebt. Die in Darfur aktive Rebellengruppe wies jedoch eine Beteiligung an der Entführung zurück; ein Sprecher sagte in London: „Wir verurteilen diesen Akt.“


An Bord der Boeing 737 befinden sich 95 Passagiere und Besatzungsmitglieder. Die Maschine der privaten Gesellschaft Sun Air war auf dem Weg von Nyala im Süden von Darfur in die Hauptstadt Khartum, als die Entführer sie in ihrer Gewalt brachten und verlangten, nach Frankreich geflogen zu werden. Stattdessen landete das Flugzeug in der Wüstenoase Kufra im Südosten von Libyen.


Unter den Passagieren befinden sich auch ehemalige Rebellen, die jetzt der Übergangsregierung in Darfur angehören, wie ein Behördensprecher in Nyala mitteilte. Ein Sprecher der Rebellengruppe Bewegung für Gerechtigkeit und Gleichheit warf der sudanesischen Regierung vor, für die Entführung verantwortlich zu sein. Sie wolle auf diese Weise die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit von dem Angriff der Streitkräfte auf das Flüchtlingslager Kalma ablenken. Bei der Militäraktion in dem in der Nähe von Nyala gelegenen Lager wurden am Montag mindestens 33 Menschen getötet.

In Darfur kämpfen mehrere Rebellengruppen afrikanischer Volksgruppen gegen die arabisch dominierte Regierung in Khartum und von ihr unterstützten bewaffnete Gruppen. Dem Konflikt fielen seit 2003 bis zu 300.000 Menschen zum Opfer. 2,5 Millionen wurden aus ihren Wohnorten vertrieben.

( Reuters/afp/ddp/ab )

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