Das Gas könne noch 48 Stunden später zu Atemlähmungen führen. Die Betroffenen hätten über Reizungen der Atemwege, der Augen und der Haut geklagt, sagte ein Polizeisprecher in Mettmann. Unter den Verletzten seien auch sieben Polizisten. Sie klagten über Augen- und Hautreizungen sowie über Atembeschwerden.
Die Feuerwehr geht inzwischen von einem erheblichen Gefährdungspotenzial durch die ausgetretene Substanz „Dicyclopentadien high purity“ aus. Bei Kontakt kann es unter anderem zu starken Atembeschwerden bis hin zu Atemlähmungen innerhalb der nächsten 48 Stunden kommen.
Menschen, die sich am Montagvormittag im betroffenen Industriegebiet aufgehalten haben, sollten sich deshalb bei der Feuerwehr Wülfrath melden und beim geringsten gesundheitlichen Problem unverzüglich in ärztliche Behandlung begeben.
Das gesamte Gelände ist kontaminiert
Das Gelände um den betroffenen Betrieb wurde weiträumig abgesperrt. Anwohner wurden aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten.
Zudem hat die Feuerwehr eine Schleuse eingerichtet, durch die Anwohner und im Industriegebiet Beschäftigte den abgesperrten Bereich verlassen können. Für Menschen, die über Beschwerden klagen, wurde eine ärztliche Anlaufstelle eingerichtet. Wie es zu dem unkontrollierten Austritt der Substanz kommen konnte, ist derzeit unklar.
Das Gas hat sich laut Polizei mit Regen und Luftfeuchtigkeit zu einem ölähnlichen Belag verbunden und den Bereich des Industriegebietes kontaminiert. Der ausgetretene Stoff kann Gummi und damit auch Autoreifen angreifen. Bei nicht dekontaminierten Fahrzeugen sollte deshalb der Zustand der Reifen überprüft werden.
Es handelt sich bereits um den dritten gravierenden Gas-Unfall in Nordrhein-Westfalen in diesem Monat. Am 16. August wurden in Mönchengladbach 107 Personen verletzt, als nach einem Brand in einer Lackfabrik unkontrolliert Kohlendioxid entwich. Am vergangenen Donnerstag kam es in der Löschanlage einer Lackfabrik in Wuppertal zu einem Defekt, wodurch 15 Tonnen Kohlendioxid austraten. Hier klagten anschließend fünf Mitarbeiter über Gesundheitsprobleme.
dpa/ddp/kami



